Montag, 31. Juli 2017

Jetzt als Reservist bereits mit 52 zu alt zum Dienen ??!!




Als ich mich im Jahre 2012 für die gerade im Entstehen befindliche RSUKp Rheinland-Pfalz bewarb, war ich 51 Jahre alt.
Ich fühlte mich trotz meines zugegenermaßen dortmals schon fortgeschrittenen Alters ausdrücklich dazu ermuntert durch die Handreichung Nr. 13, denn dort war zu lesen:

Reservisten werden bis zum 65. Lebensjahr gebraucht und weiter ...
Altersgrenze für alle: 65. Lebensjahr und weiter ...


Auch Ungediente sind gefragt: Eine weitere gute Nachricht gibt es für Ungediente. Auch sie können sich für eine Beorderung in den RSUKr melden. Sie erhalten dann eine lehrgangsgebundene militärische Basis- und Laufbahnausbildung


Was die Ausbildung/Miteinbeziehung Ungedienter angeht, hat man dann länger nichts mehr gehört. Im Februar 2014 wurde die erste diesbezügliche Pilotmaßnahme in MV angekündigt.
Aufgegriffen wurde das Thema in den Folgejahren in Sachsen, Bremen, Bayern und NRW - soweit mir bekannt. Ich hatte ja immer wieder darüber berichtet

Vor einiger Zeit kontaktierte mich ein bis dato ungedienter Kamerad (50 J.), der sehr sehr gerne den angebotenen Weg gehen und Reservist und RSU-Soldat werden wollte.
Ich ermunterte den nach dessen Schilderungen offenkundig hochmotivierten Kameraden ausdrücklich mit Blick darauf, dass von einer Altersgrenze (außer der bekannten mit 65) weder in der Vergangenheit noch aktuell die Rede war - siehe auch Flyer des Regionalstabes Süd:





Leicht schockiert erhielt ich jetzt die Rückmeldung des völlig frustrierten Kameraden, wie folgt:
Hallo Michael,

heute bekam ich einen Anruf vom RSU- Regionalstab wg. meiner Bewerbung mit der Nachricht, dass ich zu alt bin!
Sie wollen nur Bewerber bis 40.
Ich wäre dann 52 wenn ich mit der Ausbildung fertig wäre und dass es in keinem Kosten-Nutzen Verhältnis steht.

Ich habe nichts von einer Altergrenze gelesen.

Viele Grüße aus Bayern
Mir gingen, als ich das las, sehr deftige Vokabeln durch den Kopf. An dieser Stelle halte ich fest, dass ich dieses an den Tag gelegte Gebaren der Bundeswehr nicht ansatzweise nachvollziehen kann!!

Da predigte die zuständige Generalität angesichts der prekären Situation bei der Reservistengewinnung (zumindest sinngemäß) gerade unlängst wieder: "kein gesundheitlich geeigneter Interessent darf verloren gehen" und dann DAS HIER!!

Die knallharte Absage, mit 50 lohnt es sich nicht mehr, Ihnen eine stark verkürzte Grundausbildung angedeihen zu lassen, ist starker Tobak!

Wenn die Bundeswehr nur noch mehr Reservisten mit Eintrittsalter max. 40 J. haben will, wäre das eine zu akzeptierende Entscheidung, wenn sie so von Anfang an klar und deutlich und öffentlich kommuniziert wird. Dann wüsste jeder, woran er ist und könnte sich eine derart ehrabschneidende Klatsche ersparen.

Ich hoffe, das war im aktuellen Fall eine rückgängig zu machende Einzelentscheidung. Ich werde den Fall jedenfalls Herrn Prof. Dr. Lender, Landesvorsitzender Bayern und Beauftragter für die militärische Ausbildung zur Kenntnis bringen. Der VdRBw soll zumindest Bescheid wissen, was da läuft.

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Aufgefallen:

Spiegel Online:  Bundeswehr in Munster Soldat stirbt nach Übung

Deutschlandfunk: Ex-Generalinspekteur Kujat: "Was wir aufwenden für die Verteidigung, ist beschämend"

VdRBw: "Volksarmee"? Die Geschichte hinter der Geschichte

Bundeswehr.de: Ehrenvolle Aufnahme in Köln

Bundewehr.de: Untersuchungsteam findet beschädigten Flugschreiber


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Dienstag:


3 SAT:  2015 - 2145: Blutadler (Thriller)


Mittwoch:


Kabel 1: 2015 - 2220: Terminator

Kommentare:

  1. In dem Eingangspost wird mit Apfel und Birnen jongliert. Ich selbst habe mich mit 50 bei der RSU-Kp Odenwald beweorben und bin nun 53.. weil´s körperlich doch nicht mehr auf dem Niveau der ganz jungen klappt seit diesem Jahr in der KpFü. Und ich habe in den letzten 2 Jahren neben meinem Beruf über 100 RDL-Tage geleistet. Aber ich war zu Beginn bereits ausgebildeter Reservist mit mehreren ATN. Jemanden, der komplett ungedient ist mit 52 auszubilden, das ist keine verkürzte AGA und auch nicht in wenigen Wochen machbar. Die 2-3 Jahre, die es dauert bis er 50 Tage geübt hat und damit noch nicht das Niveau eines ausgebildeten Soldaten mit mehreren ATN hat, je nachdem wie oft sich der Kamerad blicken lässt, sind bei einem Menschen meines Alters doch fragwürdig. Aus dem gleichen Grund werden Verbandsmitglieder in der beorderungsunabhängigen Reservistenarbeit auch nicht am ersten Tag eingekleidet sondern erst nach einer DVag in zivil, bei der man sich den Kameraden mal zur Brust nimmt. Die Abbrecherquoten bei den FWDL machen die Bundeswehr vorsichtig.

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  2. Hallo, ich kann das nicht nachvollziehen, hier geht es um Reservisten. Klar müssen wir alle einige Voraussetzungen erfüllen, aber wenn für den aktiven Dienst die Altersgrenze ausgehebelt ist, wie kann es dann sein das bei der Reserve da dann klar andere Regeln gelten. Ich habe letztes Jahr meine Wiedereinstellung in den aktiven Dienst mit knapp 43 Jahren vollzogen. Meine Dienstzeit ist mit SaZ 25 dann dank vordienstzeiten am 02.05.2033 zu ende. Als ich auf meinem Feldwebellehrgang war wurde und mitgeteilt das in einem anderen Hörsaal ein 52 jähriger Unteroffizier (FA) anreisen würde. Dies ist mittlerweile keine Seltenheit mehr im aktiven Dienst, klar gibt es immer ausnahmen, aber mal ehrlich, alle reden von Personalknappheit aber das schlimmste ist das gerade im Fachdienst an diesem, Entschuldigung für den Ausdruck, saublöden BMI festgehalten wird. Die ganz oben sollten da mal in sich gehen und auf sich selbst schauen. Seit wann ist ein Verhältnis zwischen Gewicht und Größe denn aussagekräftig was eine körperliche Leistungsfähigkeit angeht? ich selbst erfülle diese vorgaben auch nicht mehr, darf auf Grund dessen demnach auch momentan in keinen Auslandseinsatz. Was wiederum sehr sinnvoll ist, da man sehr viel Geld in mich investiert um die doch so hochwichtigen Serversysteme zu administrieren. Naja, ich kann das nicht ganz verstehen, aber so ist es eben. Wie wird immer gesagt; ISSO. Ich kann nachvollziehen das gerade auch im Bereich der Reserve langsam Mängel entstehen, denn dank der ausgesetzten Wehrpflicht kommt ja fast nix nach. Und wenn ich sehe wieviele direkt nach Ihrem aktiven Dienst direkt in Wehrübungen übergehen, und wieviele davon Langzeitübungen sind, dann Frage ich mich wirklich wie das zu vereinbaren ist wenn dann potentielle Bewerber nur auf Grund ihres alters nicht genommen werden. Vielleicht sollte sich der ein oder andere eventuell für den aktiven Dienst interessieren, da wird man dann wohl eher genommen, denn da ist nicht bei 40 Jahren schluß.

    Viele Grüße aus Mannheim
    Christian Emmert

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  3. Danke, Christian, für Dein Statement!

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