Montag, 9. Januar 2017

„Keine Unterscheidung mehr von Aktiven und Reservisten“ ?

Als ich auf die Schlagzeile "Keine Unterschiede mehr von Aktiven und Reservisten" in der aktuellen 'loyal' stieß -viele werden den Artikel, der jetzt auch online gestellt wurde, gesehen haben-, ging mir spontan durch den Kopf: "Na, dann können wir ja endlich:
  1. die lästigen Reservistenlitzen wegschmeißen und
  2. das wehrmedizinische Prozedere analog den Aktiven handhaben: Einmalige Eingangsuntersuchung bei Beorderung und fertig für die kommenden Jahrzehnte.
Ich habe dann allerdings sehr schnell aufgehört in diese Richtung weiterzudenken, weil das ja vermutlich halt doch nicht gemeint ist?


Generalleutnant Markus Kneip mit
Verbandspräsident MdB Oberst d.R. Osvin Veith
(Foto: Stephan Pramme)

Trotzdem ist der Ansatz und das wirklich erkennbare Bemühen der Bundeswehr natürlich zu begrüßen und anzuerkennen. Einige interessante Aussagen werden in dem Interview gemacht (Hervorhebungen in den Auszügen von mir):
General Kneip: Als ich auf meinem Dienstposten anfing, gab es viele Klagen von Reservisten über Hemmnisse beim Reservistendienst. Ich wollte wissen, ob sie berechtigt sind und stellte fest, dass es tatsächlich viele Mängel gibt. Da sind die Bürokratie in der Bundeswehr, künstliche Barrieren und Pauschalisierungen. Schnell war klar, dass wir etwas tun mussten, um nicht noch mehr Reservisten zu verlieren. Der Reservistendienst musste attraktiver und flexibler werden und wir mussten den Reservisten auch endlich mal richtig zuhören. Denn sie wissen am besten, wo der Schuh drückt.
General Kneip: Es gibt schlicht zu wenig Personal für eine differenziertere und intensivere Betreuung von Reservisten. Das gilt für alle Bereiche: Truppe, Ämter, Schulen usw. Das muss sich ändern. Und es wird sich ändern. Wir müssen in der Beratung und der Betreuung von Reservisten ihren gestiegenen Bedeutungsgrad auch numerisch abbilden.
Die weltpolitische und die sicherheitspolitische Lage haben sich erheblich verändert. Heimatverteidigung hat eine neue Bedeutung gewonnen. Welche Rolle sollte die Reserve hierbei künftig spielen?
Veith: Der Veränderungsdruck wächst. Das spüren wir Politiker sehr konkret. Die Menschen erwarten von uns, dass sie weiter in Sicherheit leben können und wir alles Notwendige dafür tun. Im Verband haben wir uns dazu erste Gedanken gemacht und werden das weiter tun. Ich frage mich: Ist das, was wir in den vergangenen Jahren als RSU-Kompanien geschaffen haben, zukunftsfähig? Und ich sage: Nein, ist es nicht. Ich bin überzeugt, dass es in zehn, 15 Jahren keine RSU-Kompanien mehr geben wird, sondern größere Verbände. Ich denke da etwa an Landesregimenter, die zur Unterstützung der Sicherheitsbehörden und Blaulichtorganisationen eingesetzt werden können. Wir müssen jetzt darüber nachdenken, damit wir nicht immer wieder von den Entwicklungen getrieben werden.
Bleibt zu hoffen, dass die Bw insbesondere auch ihren Kampf gegen die eigene Bürokratie bald gewinnt. Dabei schließe ich das BAPersBw mit seinen Karrierecentern der Einfachheit halber mit ein, wissend, dass es eine zivil verantwortete Behörde ist.

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Aufgefallen:

Focus Online: Nazi-Spruch: Türsteher muss wegen Like bei Facebook 2000 Euro Strafe zahlen

Augen Geradeaus: Atlantic Resolve: US-Panzerbrigade rollt nach Osteuropa 

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TV-Tipp Montag: 

Tele 5:   2015 - 2205: Alien Hunter – Mysterium in der Antarktis (SciFi-Thriller)

ZDF:      2015 - 2145: Mörderische Stille (TV-Krimi)

Kabel 1: 0015 - 0210: Get Carter – Die Wahrheit tut weh


TV-Tipp Dienstag:

Tele 5: 2015 - 2235: Im Tal von Elah (Militär-Krimidrama)


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