Mittwoch, 4. Januar 2017

Fotobericht: Berghaus Cyclops II Atlas IV (Cedar)




 (Quelle: Bundeswehr.de / NATO.int)
 
Wie gesagt, zu Weihnachten habe ich mir einen neuen Rucksack geleistet. Die folgenden grundsätzlichen und speziellen Kriterien führten zu meiner Kaufentscheidung, dem Berghaus Cyclops II  Atlas IV (Cedar):
  1. Ein vernünftiges Tragesystem, das die Last mehrheitlich dorthin überträgt, wo sie hingehört, nämlich in den Hüftbereich und nicht auf die Schultern.
  2. Ein größeres Volumen für auch einmal eine mehrtägige Trekkingtour.
  3. Ein geräumiges, separates Schlafsackfach, das den Standard-Bw-Schlafsack (Carinthia Defence 4) ohne nervtötendes und zudem hinderliches aufgeschnalltes Gewackel und Gebammel aufnimmt.
  4. Robuste, wertige, durchdachte und über einen langen Zeitraum an der Praxis orientierte Konstruktion / Ausführung.
  5. Ein auch von der Bundeswehr ausgegebenes Modell, um ihn ggf. auch im Dienst bei längeren Übungen, respektive Einsätzen nutzen zu können. 


Der "Atlas 4" (110 Liter) ist das aktuelle Modell von Berghaus und modifizierter Nachfolger des "Atlas 2" (100 L). Dieser wiederum war der Vorgänger des bekannten und weiterhin erhältlichen "Berghaus Vulkan". Der Name "Cyclops II" bezeichnet übrigens das Tragesystem, das vom Vorgängermodell unverändert übernommen wurde.

Und so sieht er aus, nach dem Auspacken - eher unscheinbar. In diesem Zustand wiegt er allerdings bereits knapp 3 kg. Die kommen zum Packgewicht hinzu. Der Bw-Standard-Kampfrucksack (nicht die immer noch teileise an die RSU-Kräfte ausgegebenen Jäger-Säckchen) kommt bei 65 Liter Fassungsvermögen mit der Hälfte des Grundgewichts aus.



Das Bodenfach ist groß und nimmt den Defence 4 samt Packsack im unkomprimierten Zustand auf. Das schont das Isolationsmaterial des Schlafsacks.





Vor das Bodenfach kann bei Bedarf schnell mal ein abgelegtes Kleidungsstück -Feldjacke oder ein noch nasser Nässeschutz- vorgeschnallt werden ....

oder auch ein Zelt. Habe mir vor einiger Zeit für die kleine Übernachtung unterwegs -und ebensolches Geld- das "Recon-Einmannzelt" zugelegt (Packmaß: 60x15).




Unterhalb des Bodenfaches gibt es zwei zusätzliche Befestigungsschlaufen - bspw. für eine Isomatte.




Das Deckelfach des Rucksacks ist groß genug, den Nässeschutz (Hose mit Jacke) sowie zusätzlich eine Rucksackregenabdeckung aufzunehmen.



Auf dem Deckelfach sind zwei Reihen Molleschlaufen, unter dem Deckelfach (aufgeklappt) noch ein Kartenfach.





Auf der Frontseite des Rucksacks befinden sich zwei spezielle Halterungen für Ski- oder Trekkingstöcke - oder auch mal schnell den Klappspaten, wenn ein Spatengang oder aber der Befehl "nach unten weggraben, Marsch, Marsch" in Kürze zu erwarten ist!







Im Hauptfach -bei Bedarf natürlich auch mit Durchgang zum Bodenfach- ist ein Alurahmen eingearbeitet, vermutlich zur Stabilisierung und Lastübertragung.




Die Verschlussschürze oben bietet bei Bedarf durch eine sehr größzügige Bemessung erhebliches zusätzliches Volumenpotential. Dies in Verbindung mit einem komplett abnehmbaren bzw. mit seinen Befestigungsriemen weit nach oben verlegbaren Rucksackdeckel.


Die Verschlusschürze kann mit einem zusätzlichen Spannriemen verschlossen, bzw. der Rucksack von oben komprimiert werden. Mittels diesem, ebenfalls großzügig bemessenen, Packriemen kann auch schnell mal noch etwas Größeres unter dem Rucksackdeckel fixiert werden.



Der Rucksackeckel ist wie gesagt beliebig in der Höhe variierbar.



Die beiden Rucksackseitentaschen sind abzipp- und zusammenfügbar, sodass daraus ein Daypack von 2 x 10 Liter Fassung mit separat angebrachten Tragergurten entstehen kann.

Hinter den Seitentaschen lassen sich Skier durchführen und fixieren. Oder auch mal nur ein Werkzeug für die Maniküre unterwegs (s. Bild) oder Ähnliches.



Die Seitentaschen bieten durch den großen Reißverschluss einen sehr guten Zugriff und sind im übrigen groß genug, bspw. das Bw-Essgeschirr aufzunehmen - u.a. selbstredend. So kann der schnelle Zugriff und damit einer der vordern Plätze in der Schlange zur Essensausgabe sichergestellt werden!



Besonders gut gefällt mir der Beckengurt, der mittels der beiden Verstellgurte butterweich nach vorne ziehbar, festzurrbar und durch den Spezialverschluss mit einer einzigen Fingerbewegung auch wieder zu öffnen ist!

Nicht gefallen hat das Fehlen jeglicher Klettflächen, was einmal mehr den äußerst unbeliebten Einsatz von Nadel und Faden erforderlich machte. Zugegeben, KSK-Kameraden werden ihr Equipment kaum mit Namenszügen versehen.




Sämtliche Pack-, Spann-, Einstell- und Komprimierriemen laufen geschmeidig und greifen sicher auf Gegenzug. Überwiegend sind sie mit Ösen versehen und damit an zusätzlich vernähten Riemen geführt, sodass es zu unordentlichem Geflatter erst gar nicht kommen kann.




Der Rucksack hinterlässt nach erster Inaugenscheinnahme den gewünschten sehr ausgereiften, in der Praxis erprobten und sehr robusten Eindruck.

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Schnitt 

Hab das gute Stück dann also zwischen den Jahren das erste Mal in den Pfälzerwald ausgeführt.



Der gute Eindruck hat sich dort fortgesetzt:

  • der Rucksack sitzt fest am Körper - da wackelt nichts
  • die Rücken-, wie Schulter- und Beckengurtpolsterung ist straff, aber tadellos. Es gab keinerlei Druck- oder Scheuerstellen
  • Schulter und Rücken werden deutlich entlastet, die ganz überwiegende Hauptlast geht auf den Hüftbereich
Insgesamt ist es ein merklich angenehmeres Schwerlasttrageerlebnis, wobei der Rucksack leider auch nicht in der Lage ist, Gewicht zu neutralisieren. Jedes einzelne der 21 kg, die ich mir über gerade mal 13 km (nicht gegen die Uhr, aber ohne nennenswerte Pause) über steile Anstiege und Stock und Stein, auflud, habe ich am Ende deutlich in den Knochen gespürt. Ja, das Alter ...

Wie mir mein Jüngster berichtete, als er den Rucksack sah, hätten sich praktisch alle seine Kameraden nach der Fallschirmjägergrundausbildung den Berghaus besorgt - auf eigene Kosten wohlgemerkt!
Es stünde der Bundeswehr gut zu Gesichte, den Rucksack allgemein einzuführen!

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Aufgefallen:

Augen Geradeaus: De Maizière setzt Bundeswehr im Innern wieder auf die Tagesordnung (Zitat: Übrigens: Auch die Bundeswehr ist seit Dekaden anerkannter Partner im Katastrophenschutz. Kommt die Polizei mit ihrer Kapazität an Grenzen, sollte die Bundeswehr auch dort ihren Platz finden – etwa beim bewaffneten Objektschutz. Die Debatten dazu mögen früher verständlich gewesen sein. Jetzt sind sie es nicht mehr.) [Anm.: In der Tat, Herr Minister. es wird höchste Zeit!]

Berliner Woche: Einsatz in Uniform: Bundeswehr soll zur Terrorabwehr eingesetzt werden

ZEIT-Online:  Terrorgefahr in Deutschland: De Maizière will Abschiebezentren einrichten (Zitat: „Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke kritisierte die Vorschläge de Maizières als "Frontalangriff auf das föderale Prinzip der Bundesrepublik". Dieses Prinzip sollte "als Lehre aus dem verbrecherischen Naziregime eine zentralstaatliche Machtkonzentration verhindern", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion. "Der Bundesinnenminister will nun das Rad der Geschichte zurückdrehen und ist damit zu einer Gefahr für die demokratische Grundordnung geworden." Die Vorschläge des Ministers stellten nichts weniger dar "als den Einstieg in einen autoritären Polizeistaat mit deutschem FBI und zentralisiertem Inlandsgeheimdienst außerhalb jeglicher demokratischer Kontrolle", sagte Jelpke. De Maizière nutze das Attentat von Berlin, "um seinen Law-and-Order-Fantasien freien Lauf zu lassen".) [Anm.: Was fällt einem dazu ein? Richtig, überhaupt nichts mehr!]

WELT/N24: Seehofer: Thema Sicherheit "wie ein Damoklesschwert" im Wahljahr 

Deutsches Heer: Zusätzliche Panzerhaubitzen für das Deutsche Heer 

 VdRBw: Fit für die Zukunft! Mandatsträger weitergebildet

Bundeswehr.de: „Das sicherste Fahrzeug der Bundeswehr“: Mit dem Dingo im Einsatz
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TV-Tipp Mittwoch:

WDR: 2210 - 2340: Der Medicus (Historienepos 1/2)


TV-Tipp Donnerstag:

WDR: 2210 - 2340: Der Medicus (2/2)

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