Donnerstag, 28. Juli 2016

Der Afghanistan-Veteran - (Rekrutierungs)Geschichten, die das Leben schreibt


Samstagmorgen war ich mit der Bahn unterwegs (zu einer VVag). Als ich mich suchend nach einem Sitzplatz umsah, winkte mich ein junger Mann heran und bedeutete mir, mich zu ihm zu setzen. Das tat ich. - Er hatte mich sofort erkannt, ich ihn mit seiner Basecap nicht.

Es war jener junge Mann, mit dem ich während des Rheinland-Pfalz-Tages am 4. Juni in Alzey sprach. Er hatte mit seiner Partnerin unseren RSU-Stand besucht und betrachtete mit ernstem, aber interessiertem Gesichtsausdruck die präsentierten Bilder unserer Ausbildung.




Klar, dass ich mir den sofort "vornahm": "Hallo, Sie sehen aus wie ein leistungsbereiter Reservist. Wäre die RSUKp Rheinland-Pfalz nicht etwas für Sie?!"

Doch der Kamerad winkte nur ab: "Grundsätzlich hätte er zwar durchaus Interesse, rechne aber nicht damit, dass er wegen einer Altverletzung nochmals durch eine Eingangsuntersuchung käme - leider."
Dabei zeigte mir er seinen vernarbten Unterarm.

So einfach kommt bei mir aber keiner durch die "Wache" - ich fragte nach. Das Gesicht des jungen Mannes wurde noch ernster, aber er erzählte bereitwillig. Als SAZ sei er vor Jahren in Afghanistan in einen IED-Anschlag geraten, wobei er seinen besten Freund verloren habe und selbst am Arm verletzt worden war. Der Bruch sei dauerhaft mit Stahlplatten fixiert worden.

Da habe vermutlich ich erst einmal etwas betreten aus der Feldbluse geschaut - ihm aber unser Anmeldeformular in die Hand gedrückt und ihn gebeten, es doch zumindest zu versuchen. Ein Attest eines Orthopäden, wonach der Arm ohne Einschränkungen belast- und verwendbar wäre, könnte zur Vorlage in einer truppenärztlichen Untersuchung evtl. hilfreich sein. Man verabschiedete sich.

Wie es der Zufall so wollte kam 10 Minuten später ein Kamerad aus den eigenen Reihen am Stand vorbei, dem ich von dem Gespräch erzählte. Und wie es der Zufall weiter wollte, grinste der und meinte: "Stahlplatten habe er selbst auch im Körper (Schulter). Und natürlich sei das vom Musterungsarzt moniert worden, der dann aber. unter der Vorgabe, dass er ein "Sport-Attest" vorzulegen habe, das bestätige, dass er den betroffenen Bereich regelmäßig trainiere, 'seinen T-Segen' erteilt habe."

Mit dieser Information bewaffnet, setzte ich mich im verschäften Laufschritt quer durch die Menschenmenge des 'Platzes der Streitkräfte' in Bewegungs, um den Veteran nochmals zu finden. Ich hatte Glück und konnte die Info weitergeben!

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Und jetzt, 7 Wochen später, traf ich ihn also zufällig wieder. Der Kamerad konnte berichten, dass sein Orthopäde ihm bestätigte, dass sein Arm jederzeit voll und uneingeschränkt belastbar sei und dies sowohl mit, als auch ohne Stahlplatten, die man entfernen könne, aber nicht müsse.
Im übrigen habe er das Beorderungsverfahren bereits angestoßen -Bingo! Freut mich!!

Habe ihn gebeten, mich über das weitere Verfahren auf dem Laufenden zu halten.

Aufgeben ist keine Option!

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Aufgefallen:

BundeswehrVerband: Einsatz der Bundeswehr im Innern nur Ultima ratio

PEX: Von der Leyen: Abzug deutscher Soldaten aus Incirlik „falsches Drohmittel“ (Anm.: Ich kann bei allem gebotenen Respekt angesichts dieser Argumentation nur ungläubig den Kopf schütteln. Wie lange will die dt. Regierung dieses Regime eigentlich noch konsequenzenfrei gewähren lassen? Ja die Verteidigungsministerin richtet sich gar gegen den NATO-Partner USA, der sogar bereits die türkische NATO-Mitgliedschaft in Frage stellte, sollte die Todesstrafe eingeführt werden!) 

Augen Geradeaus: A400M-Probleme kosteten Airbus in diesem Jahr mehr als eine Mrd Euro

Tagesschau:  Bundeswehr und Lufttransport Ein deutsch-französischer Lückenbüßer

Bundeswehr.de: Incirlik Air Base: Der Nachschub landet pünktlich

Neue Westfälische: Kraft: Auch mit gepanzerten Fahrzeugen Volksfeste sichern

WELT: Bahn will hunderte Sicherheitskräfte neu einstellen

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TV-Tipp Donnerstag:

Kabel 1: 2015 - 2325: Troja  (Schlachtenepos)

PRO 7:   2015 - 2245: Stromberg - Der Film (Komödie)         

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Salve Michael,

    ein toller Bericht! Ich würd mal sagen da war der richtige Mann zur richtigen Stunde am richtigen Platz! Mütze ab für so einen engagierten Werber. Da kann sich die BW-Rekurtierung eine Scheibe abschneiden. Ich wünsche dem verdienten Kameraden viel Glück und Erfolg bei seinem Weg zur RSUKp. Solch erfahrene Soldaten sind das Salz in der Gulaschkanone der RSUKp!
    Kameradschaftliche Grüße aus dem Allgäu,
    Chris

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    1. Danke Chris, allerdings ist meine Intention nicht meine Person in den Vordergrund zu stellen, sondern immer wieder zu zeigen, dass es sich lohnt "für eine Sache zu kämpfen", auch wenn der Kampf gegen die Wehrverwaltung oftmals aussichtslos erscheint!
      LG
      Michael

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