Dienstag, 22. September 2015

Aufruf an die Reserve zur Unterstützung in der Flüchtlingshilfe



Der Reservistenverband berichtet vom Aufruf des Verbandspräsidenten Kiesewetter zur Unterstützung in der Flüchtlingshilfe. Bemerkenswerter Vorgang, aber mehr als nachvollziehbar, nachdem sich die Hinweise mehren, wonach die zivilen Blaulicht- und Hilfskräfte allmählich die "Grenze ihrer Leistungsbereitschaft" erreichen.

So bezeichnet man das ja wohl in diesen Tagen in Deutschland politisch korrekt, wenn sich jemand/eine Institution total überfordert sieht!
"Reservistinnen und Reservisten, Kameradinnen und Kameraden,

der Generalinspekteur der Bundeswehr hat in seinem Tagesbefehl vom 14. September 2015 die Notwendigkeit der Absage der Deutschen Reservistenmeisterschaft begründet und auf die besondere Herausforderung, in der sich unser Land gerade befindet, hingewiesen. Die Betreuung der Flüchtlinge und Asylsuchenden ist zu einer gemeinsamen gesellschaftlichen Aufgabe von nationaler Tragweite geworden.
Die Bundesministerin der Verteidigung, Frau Dr. von der Leyen, hat am 16. September 2015 die unterstützende Rolle der Bundeswehr unterstrichen. Damit ist auch unsere Reserve angesprochen. In Rücksprache mit der Leitung des BMVg rufe ich Sie, meine lieben Kameradinnen und Kameraden, auf, sich, abhängig von Ihrer jeweiligen persönlichen Verfügbarkeit, aktiv einzubringen.

Ihr Engagement wäre insbesondere erforderlich:
  • in Sammel- bzw. Warteräumen,
  • in den Flüchtlingsverteilerzentren,
  • in den Flüchtlingserstaufnahmestellen,
  • im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und seinen Außenstellen sowie
  • bei Bedarf in Kommunen, Landkreisen, Regierungsbezirken usw.,
sofern dort Unterstützungsleistungen durch aktive Truppenteile erbracht werden.

Als beorderte Reservistin oder beorderter Reservist wenden Sie sich bitte an Ihren Beorderungstruppenteil, ansonsten an Ihre jeweiligen Landeskommandos. Dort können Sie sich über Ihre Verwendungsmöglichkeiten in der Flüchtlingshilfe, über Rahmenbedingungen und erforderliche Voraussetzungen für Ihr mögliches Engagement informieren. Der Generalinspekteur der Bundeswehr ist bereit, großzügig Reservistendienstleistungstage in dieser für uns alle einzigartigen Situation bereit zu stellen. Im Status Soldat erfolgt die Unterstützungsleistung dann im Rahmen einer Amtshilfe der Streitkräfte nach Artikel 35 (1) Grundgesetz. Bitte beachten Sie, dass für ein Engagement im Kräftedispositiv "Helfende Hände" ein vollständig aufgebauter Impfschutz erforderlich ist.

Kameradinnen und Kameraden, ich denke, dies ist eine großartige Gelegenheit, in der wir Reservistinnen und Reservisten bereit stehen und an der Seite unserer aktiven Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation unterstützen. Getreu unserem Motto: WIR SIND DIE RESERVE!"

Der Aufruf findet Beachtung in den Massenmedien. Erste Rückmeldungen aus den sozialen Netzwerken -nicht verifiziert und zweifellos nicht repräsentativ- zeigen allerdings eher einen ersten den Trend dahingehend, dass zumindest das eine oder andere Landeskommandos eher nichts mit dem Aufruf anfangen kann: "Kein Bedarf!".
Thomas Wiegold hatte da wohl so eine Art Vorahnung ;-)

§ 35 (1) Grundgesetz besagt übrigens folgendes: "Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe". Nicht mehr und nicht weniger.


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Aufgefallen: 

WDR: Arbeitgeber brauchen ihre Mitarbeiter zurück

Augen Geradeaus: Das G36 bleibt noch mindestens zehn Jahre

Deutsches Heer.de: Denkmal für Gebirgssoldaten der Bundeswehr eingeweiht

Bundeswehr.de: Bundeswehr aktuell - Ausgabe 37/2015

Bundeswehr.de: Bekleidungsgesellschaft wieder in Hand der Bundeswehr

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TV-Tipp Dienstag:

Phenix: 2015 - 2100: Pioniere - Stahlkrieg an der Ruhr (Doku)

            2100 - 2145: Pioniere - Siegeszug der Düsenjets

WDR:    2315 - 0100: Betrogen (Psychodrama mit Clint Eastwood)  

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