Donnerstag, 23. Juli 2015

Freiwilligendienst in der Bundeswehr auch für Migranten "egal welcher Staatsangehörigkeit"


Vor über einem Jahr hatte unser Verbandspräsident MdB Roderich Kiesewetter im Rahmen unserer sicherheitspolitischen Hauptveranstaltung in Mainz  das "Soziale Pflichtjahr für Alle" thematisiert und zum Ausdruck gebracht, dass er dies grundsätzlich für sinnvoll erachtete (sinngemäß aus meiner Erinnerung). Angesprochen worden war er auf die Folgen des Wegfalls der Allgemeinen Wehrpflicht.
Ich nickte seinerzeit innerlich. Alle jungen Deutschen sollten IMHO verpflichtet werden, 1 Jahr Ihres Erwachsenwerdens sinnvoll der Gesellschaft zu widmen. Das kann nicht nur nicht schaden, sondern wird im Gegenteil die jungen Mitbürger positiv formen. Da bin ich sehr sicher!

Anfang des Monats ergänzte Herr Kiesewetter diesen Gedanken im Spiegel wie folgt:
Der Präsident des Reservistenverbands, Roderich Kiesewetter, schlägt vor, den Freiwilligendienst gezielt auf Bürger mit Migrationshintergrund auszuweiten. Dies geht aus einem internen Konzeptpapier Kiesewetters mit dem Titel "Jahr des Zusammenhalts" hervor. Demnach sollen insgesamt bis zu 400.000 junge Menschen angesprochen werden. Besonders Migranten zwischen 18 und 25 Jahren sollen für die Tätigkeiten in Pflege, Sozialdiensten und Bundeswehr motiviert werden.
Klar, dachte ich, selbstverständlich ist der Freiwilligendienst oder wäre gar ein soziale Pflichtjahr besonders auch für Deutsche mit Migrationshintergrund zu befürworten. Und mit dem besonderen Blick auf die Bundeswehr: Der deutsche Kamerad mit Migrationshintergrund ist ja in der Bundeswehr schon lange nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.

Trotzdem beschlichen mich da bereits leise Zweifel, wie das denn wohl genau gemeint sei: 

Klarheit bekam ich dann bei der Lektüre der Juli-Ausgabe der Loyal, wo Roderich Kiesewetter wie folgt zitiert wird:

Die Idee des Reservistenverbandes: Einen 'Dienst an Deutschland' zu etablieren. Das heißt: Junge Menschen engagieren sich mindestens ein Jahr lang in der Pflege, in den Streitkräften oder .... egal welche Staatsangehörigkeit sie besitzen

Aha! Das allerdings, muss ich sagen, kann meine Zustimmung nicht finden. Ein soziales Jahr auch für junge Ausländer im zivilen Bereich - warum nicht. Aber für unsere Streitkräfte soll doch bitte die Voraussetzung der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten bleiben - nicht nur aus grundsätzlichen Erwägungen heraus.

Der nächste Schritt zur völligen Öffnung unserer Streitkräfte für Ausländer - und damit zu einer Söldnerarmee- wäre dann nur noch ein sehr kleiner!

Die Generalität hat das Thema "Soziales Pflichtjahr" jetzt auch aufgegriffen: Interview des DBwV mit Brigadegeneral Dotzler, wobei hier allerdings klarer wird, worum es eigentlich zu gehen scheint. Nämlich das zunehmende (Anm.: zumindest im Mannschaftsbereich) Personalproblem der Bw nach Aussetzen der Allgemeinen Wehrpflicht - auch im Reservistenbereich.

Die Forderung nach Ausländern in der Bundeswehr ist allerdings, zumindest in dem Interview mit dem Kdr LKdo Bayern, so explizit nicht erkennbar. Allerdings wäre ein Ausländer auch kaum gesetzlich zu verpflichten.

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Aufgefallen:

SKB: Generalmajor Wiermann: „Die Aufbauorganisation stimmt“ – (Teil 1)

SKB: Generalmajor Wiermann: „Die Aufbauorganisation stimmt“ – (Teil 2)
 

Heise.de: Informatiker gegen "offensive Cyberfähigkeiten" der Bundeswehr

Merkur: Blitzschlag auf Bundeswehr-Übungsplatz
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TV-Tipp Donnerstag:

F E H L A N Z E I G E


Dafür ersatzweise eine Folge Sacki-Survival  - Trekking auf dem Rheinsteig im Mittelrheintal 

"Bei diesem Bushcraft-Wander-Mix laufe ich einen kleinen Teil des bekannten Rheinsteigs entlang. Er führt mich durch das wunderschöne Mittelrheintal. Eine Übernachtung mit Lagerfeuer in den Weinbergen rundet meine Tour so richtig schön ab."













1 Kommentar:

  1. Man sollte sich auch einmal überlegen warum der VdRBw sich zu diesem Thema aus dem Fenster lehnt. Die Zugänge zum VdRBw sind seit 2000 rückläufig und die Aussetzung der Wehrpflicht verstärkt das ganze noch, somit versucht der Verband auf diesem Weg das Potenzial der möglichen Mitglieder zu erhöhen. Die kritische Grenze für den Verband sind 100.000 Mitglieder!

    Weiterhin wäre diese Verfahrensweise ein Verstoß gegen §1 WPflG und Art 116 GG und somit Verfassungswidrig, wenn Her Kiesewetter als Oberst a.D. das nicht auf der Pfanne hat, fragt sich wie Er Soldat und Offizier geworden ist.

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