Dienstag, 28. April 2015

Überprüfung der persönlichen Dienstfähigkeit - und kein Ende - Episode 3



Ich hatte am 10. März die Fortsetzung in eigener Sache versprochen. Und es gibt Erfreuliches zu berichten!! Dass dem so ist, weiß ich schon kurz seit Erscheinen meines seinerzeitigen Blogbeitrages, nur offiziell und damit veröffentlichbar ist es erst seit diesem Samstag. Da erging nämlich an mich der betreffende Änderungsbescheid..


Bekanntlich hatte ich mich ziemlich darüber aufgeregt, dass ich, gerade ein gutes halbes Jahr nach der letzten 90/5, schon wieder zur 'Musterung' ins Karrierecenter einrücken sollte. Ich vermutete einen Datenverlust auf dem Weg von der zuletzt untersuchenden Dienststelle hin zum zuständigen Karrierecenter.

Dem war tatsächlich nicht so. Im Gegenteil wurden die Daten sogar genau überprüft - und in einem Detail für fehlerhaft befunden. So passte, der vergebene Tauglichkeitsgrad (T2) nicht zu einer im Bericht vergebenen Fehlerkennziffer (mein schlechtes linkes Ohr). Dies führte letztlich zu dem bekannten Bescheid für eine neuerlichen Musterung. Dieses neuerliche Antreten meinerseits im KC konnte abgewandt und der Sachverhalt "nach Aktenlage" entschieden werden. Im Ergebnis bin ich jetzt T6 und damit als Reservist noch RSU-tauglich. Nicht sonderlich schön, aber es ist, wie es ist. Es ist mir bei der Veröffentlichung des Vorganges ja auch nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die Hinterfragung grundsätzlicher Sachverhalte.


(interessant: die für RSUKr eingeführten Verwendungen A103 - A-105)



Aber wie kam es dazu?

Mit meinem KpChef, Major d.R. Heisam El-Araj, zugleich auch mein 'gutes Gewissen' und 'freundlicher Zensor', was den offiziellen Teil meiner Berichte angeht, stehe ich in engem Kontakt. Da heult man sich schon auch mal aus ;-)
Dem stets um seine Männer besorgten Chef, dem das Problem 90/5 natürlich nicht neu war, fiel ein unlängst stattgefundenes Zusammentreffen mit einem Oberfeldarzt ein. Es handelte sich hierbei um den Oberfeldarzt Dr. Meiners mit Dienstsitz in Berlin beim Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, sprich unserem über-übergeordneten Kommando. Diesem schilderte er die im Zuge der regelmäßig stattfindenden 90/5er-Untersuchungen feststellbaren Ausfallquoten (vorläufig und endgültig), bei zum Teil kaum bis nicht nachvollziehbaren Begründungen.

OFA Dr. Meiners erklärte sich spontan bereit, sich für uns zu verwenden und sich einmal umzuhören. In meiner eigenen Sache war das zuständige KC bereit, ihm den Fall zu erläutern und die erforderliche Entscheidung gemäß Aktenlage herbeizuführen. Ein ausdrückliches Dankeschön von hier aus an Herrn OFA Dr. Meiners. So wurde mir immerhin ein verlorener Urlaubstag und eine neue Untersuchung erspart!

Aber damit nicht genug. Parallel wurde ich beauftragt, weitere "in der Tiefe des Raumes der KC's" hängende Fälle der Kompanie zusammenzustellen, um sie Herrn Dr. Meiners zu übermitteln. Was da im Einzelnen daraus geworden ist, weiß ich nicht - darf ich ja auch gar nicht wissen. Aber die Bereitschaft des KdoTA, hier in Person des OFA Dr. Meiners, sich auf dem 'kleinen Dienstweg' für Einzelpersonen einzusetzen halte ich für sehr bemerkenswert.

Das verdient Lob und Anerkennung!!


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Aufgefallen:

Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V.: VSB fordert die Abschaffung der Mannschaftslaufbahn

Spiegel Online: Satellitenbilder für die Bundeswehr

Augen Geradeaus: Schlechte Nachrichten aus Kundus

ARD: Heckler & Koch bekommt Bericht nicht 

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TV-Tipp Dienstag:

Arte: 2015 - 2135: Giftgas - Der unsichtbare Feind (Doku)




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