Freitag, 24. April 2015

RSUKp Rheinland-Pfalz meets 457th Civil Affairs Battalion (M4-Rifle Schießen)




Im Frühjahr 2014 setzte sich der Bataillonskommandeur des 457th Civil Affairs Battalion, Lieutenant Colonel (LTC) Richard L. Potterton Jr. mit mir in Verbindung - offensichtlich durch diesen Blog aufmerksam geworden.

Das 457th Civil Affairs Bn mit Kompanien in Kaiserslautern, Grafenwöhr, Wiesbaden und Vicenza ist ein US-Reservisten-Verband, zu dessen Aufgabenspektrum auch die zivil-militärische Zusammenarbeit zählt. Vor dem Hintergrund dieser 'Artverwandtheit' beabsichtigte LTC Potterton den Kontakt zu RSU-Einheiten in der Nähe aufzubauen.


Batallionskommandeur Lieutenant Colonel Richard L. Potterton Jr mit den Kameraden
 SG d.R. Erik (Barbarossa) Weber (links) und HG d.R. Marco (Sniper) Graf


Eine erste Kontaktaufnahme erfolgte anlässlich des Tages der offenen Tür am 14.06.2014 in der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken. Unsere etwa 15 Minuten dauernden Versuche, eine vernünftige Unterhaltung in Englisch in Gang zu halten, beendete Major Kevin Kaufman (nächstes Bild Mitte) gnädig, indem er in fließendem Deutsch mit wunderbarem Pfälzer Einschlag das Gespräch fortführte ;-)



Kürzlich im März erreichte uns dann die Einladung der Amerikaner zu einem gemeinsamen M4-Rifle Schießen nach Landstuhl. Klar, dass wir einschlugen und eine Abordnung der RSUKp RP auf die US-Schießanlage Breitenwald bei Landstuhl schickten (nach Genehmigung selbstverständlich durch KpFhr und LKdo). 


 Mein kleiner Allradler durfte heute mal bei den Großen stehen!


US-Schießbahn Landstuhl/Breitenwald in der Nachbarschaft des
'Landstuhl Regional Medical Center', dem größten US-Army Lazarett außerhalb der USA.


Die Vertretung unserer Kompanie erfolgte ausschließlich durch Mannschafter, vergnügten sich doch die Dienstgrade an diesem sonnigen 18. April 2015 in Idar-Oberstein bei einer Unterführerweiterbildung. Alles muss man selbst machen! ;-)

"Die glorreichen Sieben" - v.l.n.r.: Der Verfasser, SG d.R. Erik Weber, OSG d.R. Michael Neu, G d.R. Klaus Brese, SG d.R. Stefan Rose, OG d.R. Mike Trümper und HG d.R. Marco Graf.


Wir wurden sehr herzlich von LTC Potterton, Major Kaufman und den versammelten US-Kameraden und Kameradinnen in Empfang genommen und eingewiesen. Der BtlKdr wiederholte seinen Wunsch, den Kontakt zur RSUKp RP herzustellen und aufrecht zu erhalten.


 LTC Potterton - Major Kaufman


Der hohe Anteil weiblicher Soldaten (schätzungsweise 30% der Anwesenden) fiel mir als erster gravierender Unterschied zu Bw-Verhältnissen auf.



Wie der Kommandeur erläuterte, haben unsere und die Reservisteneinheit der US-Army durchaus Gemeinsamkeiten, wobei sowohl Ausbildungs-, als auch Ausrüstungsstand der Amerikaner sich von uns RSUKr doch erkennbar abheben dürfte. Die US-Kameraden sind auch für Auslandseinsätze (vermutlich sind Krisen-/Kriegsgebiete gemeint) befähigt. Dass ein jeder so beorderter US-Reservist sein eigenes Sturmgewehr (M4) hat, ist selbstverständlich.

Das war der zweite Unterschied, der mir auffiel.

M4-Rifle, kompakte Version und Weiterentwicklung des Sturmgewehrs „Colt M16A2 carbine“


Selbstverständlich hatten wir uns im Vorfeld umfassend auf die uns überwiegend bisher unbekannte Waffe  und deren Funktionen eingestellt:
 


Das M4 verfügt in der Standardversion über die normale Einzelschussfunktion (pew) sowie eine Feuerstoßfunktion in 3er-Sequenzen (pew pew pew). Standardvisierung ist Lochkimme und Korn.

Weitere Basics kann sich der Interessierte hier ansehen (AR-15 Zivilversion):





(v.l.n.r.: Specialist Garcia, OG d.R. Trümper, Sergant Hall, OSG d.R. Neu)





Es besteht
Schutzwestenpflicht auf US-Schießständen. Die Reservisten-Kameraden in digital-camouflage bringen dazu ihre eigene SK4-Schutzwest mit. Wir konnten auf die Schnelle nur mit Splitterschutzwesten aufwarten (klar bringen die da nichts) - und die waren nur geliehen!


Der dritte Unterschied, der sofort ins Auge fiel. Klar, hätten uns die US-Kameraden auch richtige Schutzwesten ausgeliehen.




                                             Ein tiefenentspannter US-Captain


Insgesamt ist zu sagen -vierter gravierender Unterschied zu Bw-Verhältnissen-, dass die Verhältnisse innerhalb derartiger US-Einrichtungen deutlich entspannter sind, als auf unseren Schießbahnen. Selbstverständlich bei allen gebotenen Sicherheits-/Aufsichtsmaßnahmen auf dem Schießstand selbst. Ich will das hier nicht weiter vertiefen, aber man fühlt sich dort als beorderter Reservist als Soldat behandelt und nicht als Rekrut in der ersten Woche AGA!

Das nächste Rennen macht sich bereit (12 Mann/Frau pro Durchgang)


Aber es gibt selbstverständlich auch Gemeinsamkeiten. Die Wartezeiten sind bei der US-Army gleichermaßen endl .... also lang ;-), wie das bei uns der Fall ist. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Rennen 12-Mann-stark gleichzeitig antreten, was in der besonderen, aber durchaus effektiven Herangehensweise der Amerikaner an ein Klassifizierungsschießen, begründet ist.

Anfangs wunderten wir uns über den immer wieder in die Runde geworfenen Aufruf des leitenden Staff Sergant - ZERO !! Häää ?
Es war, wie sich bald herausstellte, der Aufruf zum 'Zeroing', also dem Einschießen der Waffe eines jeden Schützen. Dazu empfängt der Schütze in einem ersten Durchgang 6 Magazine zu je 3 Schuss, die wie folgt abgefeuert werden: 6 Schuss / 3 Schuss / 3 Schuss / 3 Schuss / 3 Schuss. Nach jeder Sequenz begeben sich Schützen und Aufsichtspersonal zur Trefferaufnahme,respektive -besprechung an die Scheibe. Die Wege sind dabei überschaubar, da auf dem 25m-Stand geschossen wird.

Es folgt erforderlichenfalls jeweils danach die Nachjustierung des verstellbaren Korns, was jeder Schütze selbst macht und wozu einfache Nägel an der Decke eines jeden Standes bereitstecken.

Bei mir sah das wie folgt und für mich befriedigend aus:

 Da war die Landser-Welt noch in Ordnung


Verpflegt wurde wie folgt per US-MRE. Kann man gut essen und macht richtig satt.


 
In einem zweiten, zeitlich späteren Durchgang erfolgt dann die 'Classification'. Hierzu werden 3 Magazine empfangen: 20 Schuss + 2 x 10 Schuss, die wie folgt zu verteilen sind:

Liegend aufgelegt 20 Schuss, davon je 3 auf die 4 oberen kleinen Mannziele sowie je 4 Schuss auf die beiden großen Männer links und rechts.

Liegend freihändig: 10 Schuss, davon je 5 Schuss auf zwei der großen Halbkegel

Kniend freihändig: 10 Schuss, dito - alle Ziele müssen bekämpft sein.



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Einschub für mein persönliches Tagebuch: Und dann für mich das Waterloo meines bisherigen zivilen und militärischen, an sich stets passablen, Schützenlebens!
Auf 25 m (die Entfernungen werden durch die Größe des Zieles simuliert) habe ich mit einer Langwaffe gerade 1x die Scheibe getroffen - bemerkenswert! Keine Ahnung, was da so falsch gelaufen ist. Entweder hatte ich die Klappkimme versehentlich verstellt oder ich war nicht in der Lage zu kompensieren, dass mir jetzt die Sonne direkt frontal ins Gesicht fiel  ..... dabei sein ist Alles ..... nein, große Scheiße!!
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Wie ich hörte, haben aber die Kameraden aber alle ordentliche bis sehr gute Ergebnisse abgeliefert - ich korrigiere insofern auf "die glorreichen Sechs" !!



                                       Und so sieht das aus, wenn man schießen kann!




Ich konnte leider das Ende der um fast 2 Stunden überzogenen Veranstaltung (wegen uns) nicht mehr miterleben. Meine absolute Deadline war 1845, umgezogen zum Essengehen mit der Holden. Ich habe es gerade so geschafft, musste aber tüchtig Feuer geben! Andernfalls hätte ich an diesem Tag mein zweites Waterloo erlebt!!!

Alles in allem aber ein toller Tag und eine hochinteressante Erfahrung!  Wir haben viele gute Gespräche geführt. Vielen Dank an LTC Potterton, Major Kaufman und die US-Reservisten vom 457th Civil Affairs Battalion!!


Hoffentlich bald einmal wieder - dort oder bei uns!


 Kamerad OSG d.R. Michael Neu



(Fotos RSUKp RP/Gehm außer 'pew pew pew')

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Aufgefallen:

T-Online: Deutsche Marine könnte sich an Seenotrettung im Mittelmeer beteiligen

Focus Online: "Armata" T-14: Russland zeigt seinen neuen Super-Panzer

Augen Geradeaus: Ukraine: Russland und USA werfen sich gegenseitig Bruch der Vereinbarungen vor
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TV-Tipp Freitag:

RTL II:    2015 - 2200: Skyline - Der Tag des Angriffs (Sci-Fi)


               2200 - 2345: The Colony - Hell Freezes Over (Sci-Fi Horror)

Phoenix: 2015 - 2100:  Wenn Soldaten zu Bestien werden
                                     (Das Grauen des Krieges - Doku - Folge 1)

                2100 - 2145: Die dunkle Seite des Menschen (Folge 2)

                2145 - 2230: Wenn der Mensch zum Mörder wird (Folge 3)

WDR:       2015 - 2100: Geheimnis Regierungsbunker (Doku)


TV-Tipp Samstag:

Bayern: 2015 - 2215: Rommel (TV-Kriegsdrama)

              2230 - 0145: Das Boot - Director's Cut (Kriegsdrama)

              0145 - 0425: Die Brücke von Arnheim

RTL II:   2015 - 2205: Passwort: Swordfish
                                   (Actionthriller mit Hugh Jackman)

              2205 - 0025: Vertical Limit (Bergsteigeraction)

VOX:      1200 - 0000: 1945 - 12 Städte, 12 Schicksale


TV-Tipp Sonntag:

PRO 7:    2015 - 2225: G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (Action)

               2225 - 0015: Alien vs. Predator (Sci-Fi Horror)

Arte:       2015 - 2200: Jeremiah Johnson (Western mit Robert Redford)

Phoenix: 2015 - 2145: Hindenburg - Der Mann, der Hitler zum Kanzler machte (Doku)


                                 





              









































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