Freitag, 27. März 2015

RSU Rheinland-Pfalz: Schnee-Eifel-Pokal in Bitburg oder „How to separate BOYS from the MEN“



Schnee-Eifel-Pokal in Bitburg oder „How to separate BOYS from the MEN“ Von Oberstabsbootsmann d.R. Bernd Gubernator


Während der Blockausbildung IV 2014 fragten die Kameraden Erik Weber und Stefan Rose eher beiläufig nach meinen Erfahrungen beim Schnee-Eifel-Pokal in Bitburg und äußerten (leichtsinnigerweise...?) die Absicht, einmal an dieser Veranstaltung, gemeinsam mit mir, teilzunehmen. Nachdem ich den ersten Schreck überwunden hatte begann ich in den Erinnerungen an diese Knochenbrecherveranstaltung zu kramen und kam zu dem Resultat ( wie eigentlich immer) „Es war meistens sehr geil dort, an den Start zu gehen, weil die Erinnerungen danach einzigartig sind und ich möchte die dort gemachten Erfahrungen nicht missen“. So entschied ich mich dafür, die Mühen des Trainings und die Herausforderungen des Wettkampfs noch einmal anzunehmen.

Der Erfahrene: OSB d.R. Bernd Gubernator (ZgFhr III. Zug RSUKp RP)


In der Vergangenheit war ich bei etwa 10-12 Wettkämpfen am Start. Unser Team hat 4 Siege errungen, belegte zweimal Platz zwei, einmal Platz 3, einmal Platz 5, einmal haben wir auch aufgegeben.
Die zu marschierende Strecke beträgt ca. 50 Kilometer und wird etwa um 1800 Uhr am Freitagabend gestartet. Die Mannschaftsstärke beträgt 3 Mann. Das Team erhält Karte, Kompass, Sicherungszeichen und sollte auch über einen Planzeiger und unverzichtbar, ein kräftiges Leuchtmittel, verfügen. Das Team erhält ebenfalls einen Notumschlag der eine Karte mit der eingezeichneten Marschstrecke enthält sowie eine Bordkarte zum Beantworten der an Anlaufpunkten gestellten Fragen oder zum Stempeln.

Die persönliche Ausrüstung sollte vor allem leicht sein und nur das Nötigste umfassen. Das heißt, Getränke, Müsliriegel als Verpflegung usw. Es ist erstaunlich was manche Kameraden auf der langen Reise alles an unnützem Kram mitschleppen. Hier und dort sieht man Messer von beängstigender Größe und Rucksäcke deren Umfang einen kompletten Spindinhalt vermuten lassen.

Guter Dinge: Stabsgefreite d.R. Erik Weber (l.) und Stefan Rose unterwegs


Wie gesagt, alles muss geschleppt werden. Unser Start war gegen 1830 geplant und wir sollten mit einer weiteren Mannschaft zum Startpunkt mittels Minibus verlegt werden. An Bord bestand natürlich brutales Rauchverbot, das Kfz sollte weiterhin auf keinen Fall „über Gebühr verschmutzt werden“ wie mir jemand vom Leitungspersonal streng mitteilte. Als Ausgleich für diese Disziplinierungsmaßnahme erhielten wir eine 2-stündige Rundreise durch die Eifel, in der wir durch nicht wenige Dörfer der inzwischen stockdunklen Landschaft gondelten, weil der Fahrer den Startpunkt nicht finden konnte. Gegen 2020 erreichten wir endlich den Startpunkt und konnten als zehnte Mannschaft an den Start gehen.

Die gesamte erste Teilstrecke war in Koordinaten angegeben und musste natürlich erst auf die Karte übertragen werden. Für die vorzügliche Arbeit mit Karte und Zahlen muss ich meine beiden Kameraden ausdrücklich loben. Ich kann diese Arbeit bei wenig Licht einfach nicht mehr so genau ausführen wie gewünscht und habe sie daher bis zum Tageslicht ihnen überlassen. Wir haben sämtliche Pflichtpunkte ohne Probleme gefunden und uns nur einmal eine kurze Strecke verlaufen (etwa 600 m). Respekt! Der erste Kontrollpunkt 2km nach dem Start war schnell gefunden und das vorgefundene taktische Zeichen (Jg Kp) in die Marschkarte eingetragen.

Ab hier ging es bereits auf schwer begehbare Nebenwege und wir konnten einige Meter abkürzen, indem wir frisch mit Gülle begossene Felder querten. Normalerweise endet dieser Plan immer in der folgenden Weise. Neben mir ertönt ein „ Verdammte Scheisse, was ist...!“ Aha, alles wie immer. Erik steckte bereits bis zu den Knöcheln im Jauchebrei und konnte die Füße nur noch mit Mühe aus der stinkenden Pampe ziehen. Die Geräusche die dabei entstehen sind nur mit dem Wörtchen „obszön“ zu beschreiben. Wieder auf festem Grund näherten wir uns einem Gehöft im Wald, vor dem etliche runde, gelblich goldene Lichter wild durcheinander wuselten, was mich sehr neugierig machte. Bei Ankunft am Haus konnte ich sehen ,dass es sich um eine Herde Damwild handelte die dort im Gatter herumrannte und uns gleichfalls neugierig begaffte und in den Augen die Taschenlampen zurückspiegelten. Vom Optischen her betrachtet, einer der schönsten Anblicke während dieser Nacht.

Verwirrend allerdings, das nächste Anlaufziel zu finden. „Ein kleines blau-weißes Schild an einem Weidepfahl mit einer Zahl. Notieren sie die Zahl auf ihrer Marschkarte“....??? Bei Dutzenden von Weidepfählen und einem Schilderbaum mit ca. 10 Hinweisschildern keine leichte Aufgabe (Ironie off) Wir haben die Nummer des Wasserlaufes notiert (Es handelte sich um das Flüsschen Salm) und wissen bis heute nicht ob es richtig war. Als gäbe es nicht genug taktische Zeichen die eindeutig zu einem Wettkampf wie diesem passen würden. Diese Art völlig beknackter Fragen tauchte noch öfter auf und führte jedes mal zu minutenlanger frustrierender Sucherei. Am Ende wusste man nicht ob man das Richtige notiert hatte und in 2 Fällen fehlte gar ein bereits in der Marschplanung angekündigtes taktisches Zeichen ganz.


Die Kameraden Rose und Gubernator bei der Arbeit


Mehrere Mannschaften irrten in der Gegend herum und suchten dieses Zeichen, welches möglicherweise nicht aufgestellt/falsch aufgestellt oder entfernt wurde. (Minuspunkte für den Veranstalter). Unser Weg führte uns einige Kilometer über einen gut begehbaren Weg entlang des o.e. Flüsschens Salm in Richtung Weidenbach und Deudesfeld. In diesem Flusstal war es eisig kalt und der Nebel war dicht wie Watte. Wenn ich die LED-Lampe anklickte sah es aus als hätte ich ein Laserschwert in der Hand, das Streulicht wurde durch den Nebel absorbiert und nur der Kernlichtkegel blieb sichtbar. Starkes Bild und starker Spruch von Erik Weber „Mit dem Ding kann man ja Röntgenbilder machen“.

Es gibt zahlreiche Fehler, die bei Märschen dieser Art gemacht werden. Einer ist, sich gemütlich zu setzen, dann Verpflegung auszupacken und gemächlich zu futtern und zu trinken, wenn das Team eine Station erreicht hat. Hat das Team eine Station erreicht und der Ehrgeiz ist vorhanden, muss sofort und im Stehen die nächste Koordinatenserie in die Karte eingearbeitet werden, einer versorgt mit Getränken, zwei arbeiten mit der Karte. Auf diese Weise ist es immer möglich, Mannschaften ohne größere Anstrengungen zu überholen. die sehr lange mit der Karte herumwerkeln oder gar die salzige Leberwurst aus dem ausgelieferten EPA verzehren und nach einem „Käffchen“ verlangen.

Das wahre Elend bricht allerdings aus, wenn dann nach der Pause wieder abmarschiert wird. Alle Knochen tun weh und die Füße wollen nicht mehr vorwärts. Diese Erfahrungen müssen einfach gemacht werden um bei weiteren Teilnahmen an Märschen dieser Art weiter vorne in den Erfolgslisten zu sein. Nach dem Anlaufen der zweiten Station in der Nähe d. Dörfchens Schutz, bemerkte ich die beginnende Müdigkeit bei meinen Kameraden. Überraschend tauchten Mannschaften hinter uns auf die wir bereits Kilometer vorher überholt hatten und passierten uns mit einiger Leichtigkeit. Möglicherweise spielte hier eine eventuelle motorisierte Unterstützung eine gewisse Rolle aber Genaueres weiß man nicht..!! Die Etappe von Station 3 ins Ziel war die längste und schwerste Etappe der Veranstaltung. Die Streckenlänge betrug etwa 17 Kilometer, garniert mit etlichen Höhenmetern. Anfangs stieg der Weg sehr steil an, ging über in einen Trampelpfad und endete als Schneise im Bergwald wo als einzige Orientierung noch ein Bachlauf und die Hauptrichtung „bergauf“ zu erkennen waren. Auf dem höchsten Punkt angekommen dämmerte bereits der Morgen. Die Orientierung wurde nun wirklich wieder etwas leichter, das Gelände leider nicht. Ein neu angelegter Weg aus grobem Geröll angelegt, forderte viele Kräfte und führte nach Neuheilenbach, wo Frühaufsteher bereits Weghinweise geben konnten.

Stefan Rose plante ernsthaft eine Bäckerei aufzusuchen, um ein Frühstück einzunehmen. Zum Glück sind Bäckereien in einsamen Eifeldörfern auch recht selten. Jedenfalls hätte eine solche wahrscheinlich unsere Marschzeit erheblich verlängert. An dieser Stelle zeigt sich der Vorteil einer gut trainierten Mannschaft. Besteht ein Team aus jungen kräftigen Kameraden hat aber suboptimal trainiert, bricht es leistungsmäßig nach etwa 35-40 km ein und ist froh wenn es das Ziel erreicht. Ist das Team austrainiert, bringt es auch in dieser Phase noch eine Marschleistung von mindestens 4-5 Km/h was bei uns einfach nicht mehr möglich war.
Um die Jungs weiter zu motivieren, musste ich sie leider ein wenig anschwindeln und habe behauptet vom Anlaufpunkt „Eisenmännchen“ bis ins Ziel ginge es nur bergab. Das war nur zum Teil wahr, aber eine kleine Notlüge, um ein wenig Druck auszuüben war einfach nötig um sie über den Berg ins Ziel zu bringen. „Wir haben fast erbärmlich abgekotzt, als wir den letzten Berg hoch gekrochen sind“ (Zitat Erik Weber).

Während die Jungs also auf dem Zahnfleisch ins Ziel krabbelten, mühte ich mich, das letzte taktische Zeichen auf einer beängstigend steilen Anhöhe zu finden, die einen Schlenker von 2 Kilometern von der kürzesten Strecke bedeuteten. Drei Marschierer einer Mannschaft, bestehend aus Feuerwehrleuten liefen diesen Geländepunkt ebenfalls an. Ich staunte nicht schlecht als einer der Kameraden gleich 4 Bordkarten aus der der Tasche zog und abstempelte. Ein Musterbeispiel für aktives Marschmanagement, um Kraft und Energie zu sparen. Ein Glück, wir hatten die gleiche Idee. Nach 14 Stunden und einigen Minuten waren wir im Ziel. Wir belegten in der Gesamtwertung den 10. Platz. Ein persönliches Fazit: Meine Kameraden haben zum ersten mal an diesem Marsch teilgenommen. Für dieses erste Mal haben sie sich sehr gut geschlagen. Sie haben nämlich durchgehalten und nicht aufgegeben trotz größter Anstrengungen.

Ich bin absolut sicher dass dieses Team im nächsten Jahr wieder am Start stehen wird und im Vorderfeld landen wird. Auf dieses Erlebnis freue ich mich bereits jetzt.
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Klasse Bericht wieder, von unserem Oberstabsbootsmann, wie gewohnt mit Witz und Ironie angereichert, aber auch deutlich die große Erfahrung des Kameraden widerspiegelnd. Danke dafür!

Und da sich die Kameraden naturgemäß nicht mit großen 'Fotosessions' haben aufhalten können, hier noch ein etwas schärferes Bild von den Cracks aus dem RSU-Archiv:



Kameraden Weber und Rose bei einer Ausbildungsmaßnahme .... da noch nicht ahnend!!


Auch die Presse hat das Ereignis gewürdigt - ein Artikel des Volksfreund.de


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Aufgefallen:

Bundeswehr.de: NH90: Bordelektronik wird nachgerüstet


     NH90: Heli mit "Designmängeln" (Foto: Bundeswehr/Lehmann)


Augen Geradeaus: Überraschung: Bundeswehr will Waffensystem mit Munition kaufen

Spiegel Online: Anti-Terror Strategie: Europäer versagen in Afrika
(Anm.: Getreu dem Motto, "wer nichts macht, macht nichts verkehrt", kann Europa, zuvorderst Deutschland (Frankreich ausgenommen) eigentlich gar nicht versagt haben!!)

Spiegel Online: Militäreinsatz im Jemen: Saudi-Arabien schmiedet Allianz gegen Iran

N-TV: 35.000 NATO-Soldaten üben für den Krieg

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TV-Tipp Freitag:

RTL II: 2015 - 2220: X-Men: Der letzte Widerstand (Fantasyaction)

            2220 - 0000: Aliens vs. Predator II (Horroraction)

            0000 - 0125: No One Lives - Keiner überlebt (Thriller)

PRO 7: 2015 - 2220: True Grit (Western)

            0115 - 0310: Screamers - Tödliche Schreie (Sci-Fi-Horror)


TV-Tipp Samstag:

SAT 1: 2015 - 2305: Armageddon (Katastrophenfilm mit Bruce Willis)

            2305 - 0355: CAT.8 (Katastrophenfilm)

PRO 7: 2230 - 0025: The Warrior's Way (Martial-Arts Western)

ARD:    2310 - 0115: Legenden der Leidenschaft
                                  (Drama mit Brad Pitt und Anthony Hopkins)

WDR:   0030 - 0435: Apocalypse Now Redux (Antikriegsepos)


TV-Tipp Sonntag:

Tele 5:   2015 - 2250: Im Westen nichts Neues (Antikriegsdrama)

PRO 7:   2015 - 2325: Django Unchained (Western)

              2325 - 0115: El Gringo (Actionthriller)

Bayern:  2200 - 0025: Papillon (Gefangenendrama mit Stve McQueen)

Phoenix: 2015 - 2100: Die Jahreschronik des 3. Reichs 1933 -35 (Doku)

               2100 - 2145: Die Jahreschronik des 3. Reichs 1936 - 39










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