Donnerstag, 29. Januar 2015

Bericht des Wehrbeauftragten: Aus Reservistensicht



Der scheidende Wehrbeauftragte, Hellmut Königshaus, legt seinen Bericht für 2014 vor. Bundeswehr.de berichtet.


Hellmut Königshaus - FDP  (Quelle: Wikipedia/Königshaus)

Den 115 Seiten starken Bericht kann man als pdf-Datei hier downloaden.

Die Reserve ist auch, wenn auch wie üblich nur am Rande, erwähnt. Das mag daran liegen, dass ein engagierter Reservist "leidensfähiger" sein dürfte, als ein aktiver Soldat. Erbringt er doch seinen Einsatz aus freien Stücken und ehrenamtlich und wird sich nur im Ausnahmefall an den Wehrbeauftragten wenden?

12 Reservistendienst Leistende

Die Eingaben der Reservistendienst Leistenden - im Berichtsjahr wandten sich auch acht weibliche Reservistendienst Leistende an den Wehrbeauftragten - lassen erneut die hohe Motivation und ihr Engagement für die Bundeswehr erkennen. Reservistendienst Leistende gehen mit der Bundeswehr in die Auslandseinsätze und halten Stellung in der Heimat. Die Bundeswehr hätte es schwer, ihren Auftrag ohne den Einsatz von Reservistendienst Leistenden zu erfüllen. Diesen gebührt deshalb hohe Anerkennung.
Lobenswert sind auch die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für eine Reservistendienstlei-stung freistellen. Der Wehrbeauftragte fordert deshalb seit Langem deren öffentliche Ehrung. Diese verzichten zeitweilig auf Arbeitskräfte, damit letztere ihren Dienst für die Bundesrepublik Deutschland leisten können. Besonders schwer nachvollziehbar ist es, wenn im Öffentlichen Dienst beschäftigte Reservistendienst Leistende mitunter nicht vom Vorgesetzten freigestellt werden oder Nachteile in Kauf nehmen müssen. Beide Tätigkeiten erfolgen imRahmen des Dienstes für den Staat, so dass hier mehr Weitblick der Vorgesetzten angezeigt ist.
Der Wehrbeauftragte begrüßt, dass durch Änderungen von Ausführungsbestimmung- en nunmehr auch ungedienten Bewerbern die Teilnahme an der „Allgemeinen Streitkräftegemeinsamen Soldatischen Ausbildung“ als Einstieg in die militärische Ausbildung ermöglicht wird. Dies ist ein sinnvoller Beitrag zur Personalgewinnung von Bewerbern, die über verwertbare zivilberufliche Qualifikationen verfügen, die für einen militärischen Dienstposten nutzbar sind.
In dem Zusammenhang würde mich allerdings tatsächlich interessieren, ob in irgendeiner RSU-Einheit bereits ein Ungedienter im Rahmen o.g. "Allgemeinen Streitkräftegemeinsamen Soldatischen Ausbildung" Einzug gefunden hat?
Darüber hinaus darf bei der Anwerbung von Fachkräften, wie zum Beispiel beim dringenden Bedarf von ITSpezialisten, nicht nur auf in den kommenden Jahren ausscheidende Zeit- und Berufssoldaten mit IT-Fachkenntnis gesetzt werden. Vielmehr sollte die Bundeswehr ebenso auf Reservistendienst Leistende zurückgreifen, die sich IT-Spezialwissen in ihren Zivilberufen erworben haben.

Auch im Berichtsjahr gab es Beschwerden von Reservistendienst Leistenden, die den Wehrsold, die Leistungszuschläge oder die Unterhaltssicherung betrafen. Die bereits seit Langem geplante und immer wieder angemahnte Reform des Unterhaltssicherungsgesetzes befindet sich nach wie vor nicht im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Bisher liegt nur ein Referentenentwurf in der Ressortabstimmung vor. Insofern sind die in den letzten Jahresberichten angesprochenen Mängel im Bereich der Unterhaltssicherung, beispielsweise lange Bearbeitungszeiten der Anträge der Reservistendienst Leistenden auf Unterhaltssicherung oder Erstattung der Reisekosten bei den zuständigen Landesbehörden und die Höhe dieser Leistungen, nach wie vor ungelöst.

Ein recht häufiges Problem ist die Einplanung der Reservistendienst Leistenden in der Bundeswehr. Diese schaffen sich in ihrem zivilen Leben zeitliche Freiräume, um in der Bundeswehr Reservistendienst zu leisten. Es kommt aber vor, dass sich die dienstlichen Erfordernisse ändern, somit vorherige Absprachen mit der Bundeswehr nicht mehr eingehalten werden können und der Reservistendienst Leistende doch nicht eingesetzt wird. Dies ist für die Betroffenen und gegebenenfalls deren Arbeitgeber ärgerlich. Sofern sich derartige Umplanungen nicht vermeiden lassen, sollten die Reservistendienst Leistenden zumindest zum frühestmöglichen Zeitpunkt hierüber informiert werden.

Es ist erfreulich, dass die im letzten Jahresbericht kritisierte Vorschriftenlage hinsichtlich der Benutzung des Konditions- und Fitnessbereichs in Kasernen geändert wurde, so dass nunmehr beorderte Reservistendienst Leistende zur Vor- und Nachbereitung ihrer Reservistendienstleistungen zu allen Sportstätten der Bundeswehr unentgeltlich Zugang haben. 

Bundeswehrverband: Wüstner: „Hellmut Königshaus legt erneut den Finger in die klaffenden Wunden der Neuausrichtung"


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Was mir sonst noch aufgefallen ist:

Tagesschau.de: Wann beginnt ein Militäreinsatz

AugenGeradeaus: Panzer in den Osten: U.S. Army sucht Standorte

AugenGeradeaus: Neue Maßstäbe für Bw-Einsätze?

British Army Reserve: Richtig gutes Reservistenvideo (für Facebook-Account Inhaber)

Y - Das Magazin der Bw: Joint Fire Support - Darstellung

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TV-Tipp Donnerstag:

Kabel 1: 2015 - 2220: Unbreakable (Mysterythriller mit Bruce Willis)

              2220 - 0035: The Sixth Sense (Psychohorror mit Bruce Willis)

N24:      2005 - 2105: Der erste moderne Krieg - Panzer

              2105 - 2305: Wunderwaffen und Rohrkrepierer - Erfindungen im
                                   Zweiten Weltkrieg

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