Donnerstag, 9. Januar 2014

Neujahrsgruß von Verbandspräsident Roderich Kiesewetter

In seinem Neujahrsgruß kündigt Verbandspräsident Oberst a.D. Roderich Kiesewetter ein "richtungsweisendes Jahr für die Reserve" an. Er hat es in den vergangenen Monaten schon verschiedentlich anklingen lassen, dass da einiges auf den Verband zukommt - und zwar von existentieller Bedeutung!

Ein wesentlicher Punkt scheint zusätzlich zur Betreuung der Allgemeinen Reserve künftig auch die Ausbildung von beorderten Reservisten durch den Verband:

 (Oberst a.d. Roderich Kiesewetter - Quelle: VdRBw)
Politisch wurde die Rolle der Reserve im Koalitionsvertrag gestärkt. Darüber hinaus soll dem Reservistenverband in Zukunft zusätzlich zur Betreuung der Allgemeinen Reserve auch die Ausbildung von beorderten Reservisten übertragen werden. Die Ausweitung dieser Verantwortungsbereiche des Verbandes erfordert weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem Ministerium und unserer neuen Verteidigungsministerin Frau von der Leyen, doch insbesondere auch die tatkräftige Mitarbeit aller Verbandsmitglieder.

Damit wird mir auch die Anmerkung des Vorsitzenden des VdRBw Landesgruppe RP, Oberst d.R. Michael Sauer, im aktuellen 'ReservistenReport' klar, der da auszugsweise lautet:

(Oberst d.R. Michael Sauer - Quelle T. Brammer-Türck)
Wir bekommen Aufgaben in der Ausbildung von Reservisten übertragen, die bisher höchstens im Rahmen von dienstlichen Veranstaltungen der Landeskommandos vorstellbar waren, die unseren Charakter als Verein beeinflussen und die nur zu bewältigen sind, wenn alle kraftvoll an einem Strang ziehen, in dem Bewusstein, dass sich bei einem Scheitern viele die Hände reiben würden.
Ich habe mich mal ein wenig umgehört, was da dahinter steckt und folgende Info bekommen (nicht von Kamerad Sauer):

"Der Verband hatte bisher den Auftrag alle Reservisten der Bundeswehr zu betreuen. Um auch weiterhin die Förderung mit Steuergeldern zu erhalten, wurde kürzlich mit  Staatsekretär Rüdiger Wolf aus dem BMVg in einer Arbeitsbesprechung dieser Auftrag erweitert.

Der Verband soll in Zukunft alle beorderten Reservisten der Bundeswehr in den allgemeinmilitärischen und sicherheitspolitischen Anteilen ausbilden um die Bundeswehr in diesem Bereich zu entlasten.

Alle Unbeorderten sollen für eine Beorderung vorbereitet und motiviert werden. Dies beinhaltet z.B. die Abnahme und Dokumentation der IGF-Leistungen, die laut aktueller Weisung ja auch von den nicht-Beorderten zukünftig zu erbringen sind.

Der Verband muss sich also von dem Image des "Stammtischvereins" mit verselbständigten Neigungsgruppen im nicht-Auftragsteil, wie z.B. nur-Schießsport oder ausschließlich-Kameradschaftsabende, verabschieden.
Der Verband existiert nicht zum "Selbstzweck" und dass wird nun mit Nachdruck eingefordert. Der Prozess beginnt bereits in diesem Jahr und wird vermutlich umfangreiche Maßnahmen auch   im Vereinsteil mit sich bringen.

Mit seinem Zitat macht der Kamerad Sauer deutlich, dass es Kreise gibt, die natürlich die für den Verband aufgewendeten Mittel gerne anders einsetzen wollen und daher vielleicht nicht allzu sehr unglücklich wären, wenn diese Neuausrichtung scheiterte.

Es wird also eine Bewährungsprobe in der es um die Existenzberechtigung des Reservistenverbandes gehen könnte..

  
Deutliche Worte von einem, der es wissen sollte! Und eine Mahnung an alle Reservisten, den Strang nicht nur zu ergreifen, um kräftig daran zu ziehen, sondern dies auch gemeinsam in die selbe Richtung zu tun!


Zum Schluss heute noch ein Artikel aus der Heidenheimer Zeitung mit dem Titel: "Koalitionsvertrag trägt Kiesewetters Handschrift".




TV-Tipp Donnerstag:

ARTE: 2145 - 2235: Killerkeime

SWR: 2230 - 2315: Nazis im BND - Neuer Dienst und alte Kameraden

VOX: 225 - 0010: Hard to Kill (Steven Segall)





Kommentare:

  1. Wer war denn jetzt bloß die Quelle für diese "Info"? Klingt aber sehr vielversprechend, der Verband muss wirklich weg von diesem Stammtischverein und hin zu mehr Professionalität.

    AntwortenLöschen
  2. Dieses wichtige Thema wird im Reservistenverband, bis jetzt jedenfalls kaum diskutiert.
    Ist wohl auch spätestens seit 1990 überfällig !
    Auch die Verbandszeitschrift legt den Fokus nur selten in die Themen Neuausrichtung des Vereinsteiles.
    Das ist sehr schade, so regt mein keine Diskussion an und fördert nicht den Aufbruch in ein neues Zeitalter fernab aller "Stammtischkrieger","Freizeit-Rambo´s","Schützenbrüder" und ähnlichen Gruppen.
    Warten wir es mal mit Spannung ab....

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Kamerad Gehm,
    danke das auch mal so ein Thema angesprochen wird.
    Die Probleme des Reservistenverbandes können doch in drei Punkten festgehalten werden:
    - Überalterung durch mangelte attraktive Nachwuchsarbeit an der Basis in den letzten 15-20 Jahren
    - Zum großen Teil nicht mehr zeitgemäße Mandatsträger
    - Verhältnisse die oftmals motivierte Reservisten von einer Mitarbeit abschrecken.

    In anderen Worten "Großbaustelle" !
    -

    AntwortenLöschen
  4. Das war der Grund weshalb ich Anfang der 90 er Jahe dem Verband den Rücken gekehrt habe. Es gab nur Stammtische und Spaß schießen Da war mir meine Zeit einfach zu schade.

    AntwortenLöschen
  5. Also ich denke ,mit der erfolgreichen Aufstellung der RSUKr hat der Verband schon einen ersten Beitrag in Richtung Zukunft geleistet.
    Aber er muss uns auch zum einen die ganzen "Verbands-Loser" vom Hals halten, die jetzt schon gegen uns arbeiten und sollte sich Stärker bei der Bundeswehr dafür Einsätzen das die Rahmenbedingungen für uns besser werden.

    Ich denke wir sind eine der wichtigsten Säulen in der Zukunft dieses Verbandes !

    Hat er das schon erkannt ?

    AntwortenLöschen
  6. Moin Jungs,

    bei uns im Norden ist es wohl nicht anders.
    Überall nur Sprücheklopfer, wenn es aber zur Sache geht ,ist man sehr kreativ im finden von Ausreden warum man nicht bei den RSU-Kp mitmachen kann.
    Und VdRBw kann ich nur lachen, das gibt es Vorsitzende die sprechen sich offen gegen RSU aus !

    Grüße von der schönen Elbe !

    AntwortenLöschen