Montag, 25. November 2013

"Das Schlimmste ist, dass sich die Bundeswehr gegen all das nicht wehrt."


 


Ein aufmerksamer Kamerad und Zeit-Leser hat gestern in unserer Facebook-Gruppe (Iststärke zur Zeit 770 Kameradinnen und Kameraden) den gerade erschienenen Gastbeitrag des Bw-Offiziers Dominik Wullers verlinkt. Das Beste, was ich bisher in dieser Richtung gelesen habe! So handelt es sich bei der Überschriftenzeile um ein Zitat des Jungoffiziers. Ich teile diese Auffassung!
Ich bin ein Soldat. Ich habe geschworen, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Ich betrachte die Soldaten der Bundeswehr als Schutzschilde Deutschlands, als Bürger, die bereit sind, für den Frieden und die Freiheit zu sterben. Auch für die Freiheit, uns zu verachten. Andere müssen aber auch akzeptieren, dass ich mich wehre.
Verdammt noch mal, wir Soldaten vertreten keine Partikularinteressen, sondern den deutschen Staat! Unsere Demokratie, Einigkeit und Recht und Freiheit, kurzum: uns alle. Wir repräsentieren das gesamte deutsche Volk. Wir leben die Staatsbürgerschaft und sind bereit für Menschenrechte zu kämpfen, statt nur über sie zu diskutieren!
Die sich dem Online-Artikel sodann zum Teil anschließenden Leserkommentare sind allerdings wieder geeignet ... aber lassen wir das.


(Gedenken am Volkstrauertag - Quelle VdRBw)
Erinnert werde ich dabei an den gerade vor wenigen Tagen geleisteten Einsatz unserer RK Ludwigshafen-Süd am Volkstrauertag in Dirmstein. In schöner Tradition hatte unser Kamerad Major d.R. Dietrich Leh nach der Kranzniederlegung einige Worte an die angetretenen Reservisten sowie die versammelte Kirchengemeinde gerichtet. Unter anderem zitierte er Martin Luther (der durchaus kein Pazifist war, sondern die Notwendigkeit des Soldatenstandes erkannte) mit Passagen, die zumindest einem anwesenden Bürger überhaupt nicht in den Kram passen wollten. So sahen wir uns bald nicht nur mit unpassenden Zwischenrufen konfrontiert, sondern wurden geradezu bedrängt von dem übereifrigen Zeitgenossen.

Was habe ich in den letzten 14 Tagen als Reservist und RSU-Soldat sonst noch so getrieben? 

Erwähnt sei auf jeden Fall eine ganztägige AGSHP-Ausbildungseinheit in Germersheim. Alle 3 Simulatoren der Luftwaffenausbildung standen uns zur Verfügung, was in Verbindung mit der Tatsache, dass die Veranstaltung nur mäßig besucht war, dazu führte, dass die Ausbildung eine ausgesprochen Intensive war und wir praktisch ununterbrochen "am Drücker waren". Die Ausbilder der Kreisgruppe Vorderpfalz. Hptm d.R. Zwick, HFw Schütz (KreisOrgLeiter) und OG Böries hatten sich viel Mühe gegeben, uns eine abwechslungsreiche Ausbildung zu bieten. Unter anderem wurden mit dem G36 sämtliche Anschlagsarten durchgespielt und zwar in Ruhe sowie nach jeweils 15 Kniebeugen, bzw. Laufeinlagen. Bin gehörig ins Schwitzen gekommen!

RSUKp RP war mit 5 Mann vertreten.


Letzten Dienstag stand -ebenfalls bei der Luftwaffe in Germersheim- "FmF", also die Förderung militärischer Fähigkeiten, auf dem Programm. Uns, von aktiven Ausbildern (vielen Dank!), vermittelte Ausbildungsinhalte waren:
  • persönliche Einsatzausrüstung: etwa 80 kg Ausrüstung führt ein Einsatzsoldat bspw. in Afghanistan während einer sicherheitshalber auf 36 Stunden ausgelegten Patrouillenfahrt inkl. Schutzweste (15,5 kg) Bewaffnung und Munition mit sich.
  • Fremdwaffen: hier wurden Kalaschnikow und Co. live vorgestellt
  • Einweisung Kfz-Marsch: durchaus keine Spielerei im großen Sandkasten
  • Einsatzfahrzeug: heute wurde der imposante Eagle vorgestellt. High-Tech allenthalben. Alleine für die Bedienung der Navigationseinrichtung benötigt der hinten sitzenden Navigator eine 14-tägige Ausbildung!

(Foto Bundeswehr.de)

Alles in allem auch dies wieder eine hochinteressante Veranstaltung. Danke an die Bundeswehr und den Reservistenverband, die dies ermöglichen!

Allerdings muss festgestellt werden, dass -nicht nur bei uns- zunehmend Veranstaltungen mangels Beteiligung abgesagt werden müssen. Hier sollte unbedingt wieder mehr Interesse gezeigt werden. Es lohnt sich in jedem Fall!!  



TV-Tipp Montag:

Kabel 1: 2015 - 2240: Triple X (Actionfilm mit Vin Diesel)

             2240 - 0050: Alarmstufe Rot (Actionfilm mit Steven Segal)

NTV:     2005 - 2203: Es ist Krieg - Mit Soldaten an der Front
                                (preisgekrönte Dokumentation) 











Kommentare:

  1. Guten Tag Kameraden,
    Den verlinkten Titel samt Kommentaren habe ich sorgsam gelesen. Es ist verständlich und richtig was der Kamerad in diesem Beitrag äussert. Leider muss man feststellen, dass ein bereits bedenklich hoher Teil von GEW-Mitgliedern nicht einmal mehr die Begriffe Freiheit und Frieden (die Abfolge ist gewollt) analysieren und deuten kann. Wie sollten wir da ernsthafte Beiträge über Sicherheitspolitik oder gar eines der Instrumente, die Bundeswehr, erwarten..?? Die beliebten Instrumente bei der Hetze gegen die Bundeswehr, wie Indoktrination, Manipulation, Herabsetzung, Schmutzkübel ausleeren usw, sind im übrigen Ausdruck einer zutiefst faschistoiden und menschenverachtenden geistigen Einstellung und grenzenloser Arroganz. Es kann allerdings nicht Aufgabe der Streitkräfte sein sich selbst zu rechtfertigen sondern es ist eine der Politik. Hier versagt man, wie leider so oft. Am Ende jener oben bezeichneten Prozesse stehen übrigens immer mit schöner Regelmäßigkeit charmante politische Systeme wie Faschismus,Nationalsozialismus unserer Bauart, Stalinismus, Pol-Pot-Regime usw,usw..! Genug der bösen Sachen, am Wochenende sehen wir uns in Idar-Oberstein und ich freue mich darauf.
    mkG
    Zugführer

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  2. Hi - ja, freue mich auch!

    Aber was sind "GEW-Mitglieder" ? Natürlich ist es nicht Aufgabe der Streitkräfte -und schon gar nicht als Institution- sich zu rechtfertigen. Es gibt nichts zu rechtfertigen. Wer die Bundeswehr als Parlamentsarmee in Frage stellt, die bisher von sämtlichen Nachkriegsregierungen in all ihren politischen Zusammensetzungen für notwendig erachtet wurde, stellt letztlich unseren Staat in Frage und wäre gut damit beraten, über eine Auswanderung nachzudenken. In ein Land, in dem bereits jegliches Militär abgeschafft wurde oder dessen Armee doch zumindest ein politisch noch zahnloserer Tiger ist, als unsere Bundeswehr! Gibt es so ein Land .... vielleicht Tibet ? ... nein, das haben ja leider die Chinesen schon kassiert. Aber wehren sollte sich die Bundeswehr schon gegen den unablässigen Bewurf mit Dreck. Und zwar in Form möglichst vieler öffentlicher Kommentare, wie im Artikel geschehen. Idealerweise durch hochrangige Vertreter der Bw und zwar in aller Deutlichkeit, dass es wahrgenommen wird, insbesondere auch von der Politik, die dann irgendwann gezwungen ist, zu reagieren! Sich hinzustellen und mit erhobenem Zeigefinger zu postulieren, "die Bundeswehr sei schließlich politisch neutral", ist IMHO erheblich zu wenig!!

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