Samstag, 31. August 2013

RSU Rheinland-Pfalz: Ausbildungscamp Gerbach


Der Reservistenverband, Kreisgruppe Westpfalz sowie das LKdo RP hatten geladen und eine stattliche Anzahl Übungswilliger folgte dem Aufruf zu dieser DVag am vorletzten Augustwochenende 2013. RSUKp RP stellte grob geschätzt 50% des Starterfeldes.


Das Programm war aber auch wirklich vielversprechend! Angesetzt war ein Ausbildungsparcours mit insgesamt 12 Stationen entlang einer kleinen Orientierungsrunde von ca. 5 km.


Vorab gleich ein ganz dickes Dankeschön an die RK Rockenhausen, die nicht nur die Stationen mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail gestaltete, sondern auch die gesamte erforderliche Infrastruktur professionell bereitstellte. Galt es doch eine Kameradin und paar Dutzend Kameraden nicht nur zu versorgen, sondern auch über Nacht unterzubringen. Dies ist perfekt gelungen. Herzlichen Dank an die Orga und alle Funktioner für diesen besonderen Einsatz!

 (Feldküche)

Auch das Wetter hat -schon fast obligatorisch diesen Sommer 2013-  hervorragend mitgespielt, blendet man mal die letzten beiden Stunden aus. Dies bekamen aber nur 2 versprengte Teams zum Schluss zu spüren. Dies allerdings heftig!

Nach den Formalien am Meldekopf ging es in zwei Gruppen mit ersten Ausbildungsinhalten los. Abendessen und Kameradschaftsabend wollten verdient sein!


Der Landesbeauftrage für militärische Ausbildung der Landesgruppe Rheinland-Pfalz, SFw d.R. Bernd Gauch, erteilte eine Einweisung an MG4 und MP7.



Es folgte ein hochinteressanter Vortrag von Afghanistan-Veteran OTL Ulf Dräger über die diversen Sprengstoffmöglichkeiten asymmetrischer Kräfte, (unseren) Soldaten das Leben schwer (bis unmöglich) zu machen. Eindrucksvolle Bild- und Videodokumente verdeutlichten das Thema!

Danach Abendessen sowie die angekündigte Teambuilding-Maßnahme. Dem Vernehmen nach werkelten die Letzten bis 0230, bis sie sich in die Kojen begaben.



Genächtigt wurde im 20-Mann Zelt auf mitgebrachten Feldbetten oder auch weniger komfortablen Unterlagen ......



... oder auch in der Tiefe des Raumes!


Oberstabsbootsmann Bernd Gubernator, (links) - ZgFhr. III. Zug RSUKp RP zeigt Flagge - hier noch nicht ahnend, dass ihm am nächsten Morgen sein Verband zumindest kurzzeitig aus dem Ruder laufen sollte ;-)




Nach dem Wecken ....












 

                   .... angemessener Körperpflege ....




                            ... sowie ausgiebigem Frühstück ....
















ging es dann gut gelaunt in den Ausbildungsparcours:

Unser Gruppenführer G Volker Ernst gab im Rahmen der Navigation mit Kompass und Karte stets verlässlich die korrekte Richtung an.






KpChef RSUKp RP Major d.R. Heisam El-Araj teilt unserer Gruppe mit, wie die Station (Fahrzeug fährt auf Mine auf) hätte laufen müssen. 

("Stehen Sie bequem, der Anschiss dauert länger!")


Nächste Station "Mine Awareness": Hier bekamen wir einen ersten Eindruck, was es bedeutet, nach raffiniert versteckten Sprengsätzen zu suchen!


Aber auch der bloße Aufbau einer Dackelgarage mit Zeitvorgabe kann zu einer echten Herausforderung werden! Nämlich dann, wenn der letzte Versuch 30 Jahre zurückliegt. Erinnerungen wurden bei mir wach an die Grundi anno '81 als ich während der 36-Stunden-Übung zum ersten und letzten Mal (?) in dieser Behausung nächtigte. Also es waren vielleicht 1 1/2 Stunden, die ich in der frostigen, von Alarmübungen durchsetzten Winternacht darin zubrachte. Genug allerdings, um nach der Ruhepause die Füße nicht mehr zu spüren ... total tot fühlten sie sich an. Bin seinerzeit fürchterlich erschrocken. Die Ausbilder sorgten allerdings dafür, dass mir sehr schnell wieder warm wurde :-)




Weiter gings zur San-Station: Wieder voll daneben! Hat mich total gefuchst - die Ersthelfer-A-Ausbildung gerade wenige Monate zurückliegend. Wir fanden einen bewusstlosen Kameraden. Puls, Atmung o.k. - Atemwege frei. Ergo: stabile Seitenlage und Notruf absetzen.  Die kleine nach außen hin nicht blutende Schusswunde im Unterbauch haben wir nicht entdeckt -> "Body Check" vergessen .... Scheiße!!



Handgranatenwerfen! Das ist ja gar nicht so einfach .... verdammich!! Nachschubsoldaten werfen nicht mit Gegenständen. Nachschubsoldaten lassen es rollen .... pfff ;-)



Auch die örtliche FFW hat sich zur Verfügung und einen Löschwagen bereit gestellt, um uns eine Löschübung zu ermöglichen - herzlichen Dank an dieser Stelle! Es galt diverse C- und sonstige Schläuche und Verteilerstücke im Laufschritt herbeizuschaffen, sinnvoll zu verbinden und damit 3 Ziele zu bekämpfen. Das ging ganz gut ... vielleicht hätte ich ja doch die andere Fakultät ...... NEIN!!!


Was ist denn das !?! 3x die Unvollendete (P8, G36, MG3) und eine Waffenkiste voller Brocken .... auweia! Eine Waffe zerlegen und gleich wieder zusammensetzen ist Eines. Gleiches mit einer bereits zerlegten Waffe zu tun, etwas ganz Anderes. Insbesondere wenn es halt auch 30 Jahre her ist, dass man dieses Wirkmittel das letzte Mal richtig in den Fingern hatte!




Es kamen noch Stationen mit sicherheitspolitischem, bzw. erkennungstechnischem Inhalt - ebenfalls sehr interessant gemacht! 

Dann Ausgabe der Lunch-Pakete. Hier konnte ich ohne Unterstützung voll punkten!



Danach der große Regen!! Wie gesagt, das Gros wurde dadurch nicht mehr tangiert. 2 Gruppen gingen aber richtig baden. 



Fazit: Tolles Erlebnis, klasse Wochenende, ein Riesenspaß, gute Kameradschaft .... und Lerninhalte, die sich eingeprägt haben!!

Danke an Alle, die das ermöglicht haben!

Unsere Gesamtwertung ? Wie heißt es: "Die Letzten werden die Ersten sein" :-))



Den offiziellen Bericht vom VdRBw mit vielen weiteren schönen Fotos gibt es hier






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