Mittwoch, 19. Juni 2013

ZMZ - Abendveranstaltung vergangenen Montag in Saulheim - oder: Wie motiviert man ehrenamtliche Einsatzkräfte am effektivsten?



Gleich vorab: Das Motto in der Überschrift entstammt meiner Feder, da aus aktuellem Anlass für mich die wichtigste Erkenntnis aus der Veranstaltung

Der Reservistenverband, das LKdo RP und die Verbandsgemeinde Wörrstadt hatten, wie angekündigt, zur Abendveranstaltung unter der Überschrift "Zivil - Militärische - Zusammenarbeit" geladen. Und viele waren gekommen - zuvorderst die durchweg mit Hochkarätern besetzte Gruppe der Vortragenden.


Neben (Foto von Elmar Jacques v.l.n.r.) unserem KpChef  RSUKp RP, Major d.R. Heisam El-Araj waren dies der oberste Vertreter des THW für RP/H/SL, OTL d.R. Werner Vogt; der Kommandeur  LKdo RP, Oberst Rolf Stichling; Landesvorsitzender RP des VdRdBw, Oberst d.R. Michael Sauer sowie Feuerwehrinspekteur RP, Hptm. d.R. Hans Peter Plattner.

Nachdem sich auch die Spitzen der vertretenen Blaulichtorganisationen aus Offizieren der Bundeswehr rekrutieren -was sicherlich kein Zufall ist- stellt sich für mich die Frage, wer denn eigentlich in gemeinsamen Hilfseinsätzen die Federführung hat, nicht mehr wirklich ;-)

Die Herren stellten in interessanten Vorträgen jeweils ihre Organisationen vor. Angesichts der im Saal sukzessive auf gefühlte 35°C ansteigenden Temperatur, war es gleichwohl nicht ganz einfach, den Ausführungen konzentriert zu folgen. Der Hochsommer war mit Wucht und ohne Vorankündigung über Rheinhessen (die Republik) hereingebrochen.

Zwei Dinge aus dem Vortrag des THW-Mannes haben mich aufhorchen lassen:
  1. Das grundsätzliche Problem mit dem Arbeitgebereinverständnis scheinen alle Organisationen zu haben, die ehrenamtliches Engagement bündeln. Es wurde zwar ausdrücklich auch die AG-Seite in diesem Zusammenhang gelobt, was aber den Kameraden herzlich wenig hilft, die eben nicht bei einem so einsichtigen Brötchengeber beschäftigt sind. Besonders negative Erwähnung fand hier gerade die Öffentliche Hand! Ein Sachverhalt, den ich so nicht zum ersten Male hörte.
  2. Das THW legt großen Wert darauf, die Manpower seiner Einsätze aus möglichst vielen Teilbereichen zu rekrutieren. Dies diene ausdrücklich der Motivation. Das ist gut nachvollziehbar. Gedanken wie,   "warum dürfen die und wir nicht!", kommen da erst gar nicht auf. Damit zurück zur Überschrift: So sinnvoll der Grundgedanke des Regionalprinzips bei der RSU auch erscheint, er sollte dem Aspekt der Motivation untergeordnet werden. Die Kameraden sind engagiert und hochmotiviert, wollen dies aber auch in der Praxis im Einsatz leben und dadurch honoriert bekommen. Und zwar im Verband und in Uniform (auf die wir stolz sind) und nicht als Einzelperson in Zivil. Warum nicht (bei Großlagen) Teile aus verschiedenen RSU-Einheiten zusammenfassen, diese einer aktiven Einheit unterstellen und in den Einsatz bringen?  Ganz nebenbei sind wir eine Bundes- und keine Landeswehr! Vielleicht setzt da ja bei den Verantwortlichen noch ein Umdenken ein? Oberst Stichling stellte allerdings auch klar, dass ein RSU-Einsatz "Katastrophenhilfe" eben "nur" subsidiärer und nicht originärer Natur sei und damit keine zusätzlichen Resourcen ausgelöst würden. Hier stehen also möglicherweise -wie so oft- schlicht monetäre Überlegungen im Vordergrund?
Meinen Unkenrufen zum Trotz konnte sich Speis und Trank übrigens durchaus sehen lassen. Danke für den interessanten Abend!


















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen