Sonntag, 25. November 2012

1. Ausbildungseinheit der RSUKp RP

Gestern und vorgestern war es also soweit. Die 1. Ausbildungseinheit der RSUKp RP stand auf dem Programm. Im großen Barbarasaal der Artillerieschule in Idar-Oberstein wurden am 23.11.12 um 18:00 etwa 85 von bisher 114 gemeldeten Anwärtern von Major d.R.  El-Araj (ProjOffz LKdoRP), OTL Meunier (StOffzResAgel) und OTL Schmid (StvKdr) begrüßt.

Die bisherigen Anmeldungen reichen noch nicht für die Sollstärke, jedoch für die Indienststellung der RSUKp RP aus, die für Mitte März/April 2013 ins Auge gefasst ist.

Zumindest eine weitere RSUKp könnte lt. Ausplanung in RP noch aufgestellt werden. In NRW, BW und NS soll es je 3 Kompanien geben, in Bayern 7 und den verbleibenden Bundesländern je 1.

Pateneinheit wird zunächst das Landeskommando RP werden. Es hätten zwar Angebote sowohl seitens Heer, als auch der Luftwaffe vorgelegen, die allerdings bisher nicht realisiert werden konnten. Wohl Kompetenzgerangel - also ganz normal, wie im zivilen Business!

Tagesordnungspunkt war auch die Jahresplanung 2013, die voraussichtlich wie folgt aussieht:

Im I., II, und IV. Quartal je eine Ausbildungseinheit, wie gerade gehabt - also von Freitag Abend bis Samstag Abend sowie im III. Quartal eine Woche Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Baumholder. Das sollte ein Zeitaufwand sein, den jeder verkraften kann. Zumal die Termine jetzt lange genug vorab bekannt sind, diese einzuplanen.

Und ein "Bonbon" wurde für ein jedes Jahr auch noch in Aussicht gestellt. Etwa in Form einer gemeinsamen Ausfahrt oder eines Truppenbesuches o.ä.

Nachdem der Sach- und weitere Planungsstand vermittelt worden war, zogen wir uns -ausgestattet mit einem Lunchpaket- in die benachbarte Klotzbergkaserne und die dort vorbereiteten Stuben zurück. Ein wenig aufregend war das schon, nach Jahrzehnten mal wieder auf einer BW-Stube zu übernachten. Geändert hat sich in den 30 Jahren nichts. Die Betten und Spinde etwas moderner, aber ansonsten unverändert!

Endlose Flure


Stube 209 mit 4 RSU-Soldaten besetzt - weder gereinigt, noch gelüftet :-D
(links: meine Wenigkeit)

Bettenbau ;-)

Verzehr des Lunchpakets

Auch nach 30 Jahren unverändert - als wenn ich mein Gerödel erst gestern ausgeräumt hätte :-)

Samstag Morgen nach einem kräftigen Frühstück ging es dann in die Stationsausbildung:
  1. Eingeführt wurden wir von Hptm d.R. Gimmler in die für uns geltenden Rechtsgrundlagen (Einsatz der Bw im Innern) - sehr interessant und mit viel Humor rübergebracht ("don't make the case kaputt" oder "Kameraden, wer kennt die Abkürzung QmS ? Falsch: Quatsch mit Soße!")
  2. Eine weitere Schulung des Hptm d.R. von Schweppenburg führte in die ersten Grundlagen der Wachausbildung ein - eine nicht unwesentliche Voraussetzung für eine (u.a) Sicherungseinheit.
  3. Nächste Station war die Wiederholungsausbildung an der Pistole P8. Funktion, Sicherheit im Umgang sowie das zügige Zerlegen und Wiederzusammensetzen der Waffe waren gefragt. Für mich, der ich seinerzeit an der Walther P1 ausgebildet worden war, zwar keine Wiederholung, aber auch keine wirkliche Herausforderung. Ähneln sich diese Kurzwaffen doch technisch alle sehr.
  4. Nächster Punkt, die Wiederholungsausbildung am G36 wie vor. Hier war ich schon mehr gefordert. Dieser Nachfolger des G3, das wir seinerzeit lernten "im Schlaf", heißt mit Schuhbeutel über dem Kopf mit Zeitvorgabe zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen, ist doch deutlich anders aufgebaut. Interessant die heutzutage durch den speziellen Gewehrriemen möglichen Trageweisen des G36 "lang am Bein" und "als Rucksack". Beim Ladebefehl dann einen "Minuspunkt" für mich! Verwechselte ich doch in der Eile den Befehl "gefechtsbereit machen" = teilladen mit "fertig zum Gefecht" = fertig laden. Vor 30 Jahren hätte es dafür ein "das üben wir am Wochenende!!" gegeben (natürlich wurde das nie wahrgemacht ;-))
  5. Danach der Einsatz am AGSHP, also dem Schießsimulator der Bw. Auf dem Programm standen die Übungen G36-S-2 und G36-S-3. Ich will mich nicht loben, aber das lief für mich sehr gut - zwei weitere Einträge im neuen Schießbuch.
  6. Zuletzt noch eine Runde Sanitätsausblidung. Vorgestellt wurden uns die aktuellen Maßnahmen für den Wundverband (Israel Bandage), das Abbinden von Gliedmaßen (Tourniquet) sowie das Blutstillen (Quick Clot).
Wundverband "Israel Bandage"


Abbindemaßnahme "Tourniquet". Erschreckt hat mich die für mich neue Erkenntnis, dass nach dem vollständigen Abstellen des Blutflusses bereits nach 5 Minuten der Gewebetod beginnt. Bis 5 Minuten kommt ein Lösen des Knebels in Frage, danach eher nicht mehr. Nach 15 Minuten sei eine Amputation der betroffenen Gliedmaße unumgänglich. Und, so der dozierende Sanitäter, sofern bei der Nachversorgung nicht ganz klar ist, wie lange der Knebel bereits dran ist, bleibt er dran!




"Quick Clot" Blutgerinnungsgranulat und -Gaze (nicht für schwache Nerven!)

Die 1. RSU-Ausbildung war gut organisiert und von den durchweg ehrenamtlich tätigen Kameraden interessant und kompetent dargebracht. Unterkunft war "gewohnt gut" ;-) und die Verpflegung absolut einwandfrei.

Alles in allem ein Top-Einstieg in die künftige RSUKp RP. Freue mich schon auf den nächsten Befehl Anfang März 2013.

Ach ja, wir wurden ausdrücklich gebeten, für die Sache zu werben und weitere Interessierte zu gewinnen - was ich auch hiermit tue!

Kommentare:

  1. Alles in allem ein sehr gelungener Tag und auch ein sehr gelungener Bericht.
    Daumen hoch Michael!!!!

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  2. Hallo Stubenkamerad, dein Bericht hat es auf den Punkt gebracht. Auch ich war von der ganzen Ausbildung begeistert. Kanns kaum aushalten bis zum März.
    Klasse das ich mich auf einem Bild von dir sehe.

    Gruß, Klaus (Kamerad aus Stube 209)

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